Dienstag, 23.10.2018

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Realschule beeindruckte bei Weihnachtskonzert in Ebs

Vom Nikolauslied zu Whitney Houston in der Stadtpfarrkirche - 17.12.2017 11:00 Uhr

Stimmlich und instrumental beeindruckend: Die Realschule bot in der St. Nikolauskirche ein gelungenes Konzert mit einer vielseitigen Songauswahl. © Udo Güldner


Dicht gedrängt unter der Muttergottes mit Jesuskind sitzen die knapp 40 jungen Blech- und Holzbläser, die auf jeden Wink Wojciech Grabietz’ reagieren. Sie schildern die Morgendämmerung über dem Tal der Könige, die der Komponist Michael Kamuf vor seinem inneren Auge gesehen hatte („Dawn over King’s Valley“). So früh am Morgen war er wohl alleine in der ägyptischen Wüste. So allein Zuhaus’ wie wenige Takte später ein gewisser Kevin.

Überhaupt ist es die Einsamkeit, die sich durch den ganzen Abend zieht. Evi Brendel (7c) etwa fragt in Adel Tawils schmerzensreicher Ballade „Ist da jemand, der mein Herz versteht?“ — und wäre da nicht die feinfühlige Schulband ohne Namen, dann stünde die Solistin tatsächlich auf verlorenem Posten. So kann sie sich, wie später auch Viktoria Lehmann (7e) an den Tonleitern festhalten, die ihr die Bandkollegen im Stile der Jungs von „Green Day“ zuwerfen.

Die Bläserklasse aus Fünftklässlern nimmt sich des Christmas-Carol-Klassikers „Up on the housetop“ behende an. Zuvor hat das Dutzend Musiker „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ gefordert. Derweil ist Musiklehrer Helmut Weininger die Empore emporgestiegen, um mit der Orgel die Gläubigen herbeizurufen, auf dass sie den Heiland anbeteten („Adeste fideles“).

Beim anbetungswürdigen Auftritt des Duos Cosima Rey (7a) und Lara Erlwein (7e) hingegen sitzt er wieder an seinem E-Piano und hat den Sound im Ohr, wie er der preisgekrönten US-Serie „Glee“ entwichen ist („All of me“). Ein bisschen verloren wirken die neun Stimmen des Chores der 7.—10. Klassen im riesigen Kirchenschiff schon - zumindest im Vergleich zu den mehr als 50 Kindern der Unterstufe, die gerade noch den Altarraum mit ihren Körpern und den gesamten Kirchenraum mit ihrem Gesang ausgefüllt haben. Auch wenn sie mit ihrem Nikolauslied kalendarisch etwas zu spät kommen, bei den Einsätzen beweist der Nachwuchs genau das richtige Timing.

Es ist ein ständiger Wechsel zwischen Ensembles und Solisten, die sich vor die „vieläugige Bestie“ Publikum wagen. Mit ihrer Gitarre und ihren Stimmbändern bezaubert Leonie Wolf (9b) als Miley-Cyrus-Doppelsängerin, die sich wie ihre Zuhörer bereits auf ein Wiedersehen freut („See You again“).

Auf den Spuren Whitney Houstons wandelt am Ende des beeindruckenden, zweistündigen Konzertes Lara Vaupel (10d). Denn wenn man glaubt und betet, so die Rhythm-&-Blues-Ikone, dann geschehen Zeichen und Wunder („When You believe“). Die sind in der katholischen Kirche auch geschehen: selten hat man eine so musikalische Realschule gehört.

  

Udo Güldner

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