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Sanierung in Poxdorf anpacken

Konzepte für den Friedhof wurden im Gemeinderat diskutiert - 03.11.2017 18:30 Uhr

Über den schlechten baulichen Zustand der Aussegnungshalle kann auch der vor einigen Jahren erneuerte Außenanstrich nicht hinwegtäuschen. © Foto: Dagmar Niemann


Seit vielen Jahren wird in den Gemeinderatssitzungen immer wieder darauf hingewiesen, dass es dringend notwendig sei, den Friedhof zu sanieren. Über den schlechten Zustand der kleinen Aussegnungshalle neben der Kirche kann auch der Außenanstrich, der vor einigen Jahren erneuert wurde, nicht hinwegtäuschen. Es gibt Grundwasserprobleme, die vermuten lassen, dass eine Drainage eingebaut werden muss. Außerdem müssten die Wege saniert werden, und auch eine Erweiterung in Richtung Parkplatz stünde längst an.

Bürgermeister Paul Steins versuchte, verständlich zu machen, warum die Gemeinde sich so lange nicht ernsthaft mit dem Zustand des Friedhofes befasst habe: Die Friedhofsgestaltung gehört nicht, wie beispielsweise die Schule oder der Kindergarten, zu den Aufgaben einer Gemeinde, die staatlich gefördert werden. Das habe bei den Räten und in der Verwaltung zur Folge gehabt, dass grundlegende und kostspielige Veränderungen im Zusammenhang mit dem Friedhof immer wieder aufgeschoben worden seien.

Nun waren die Räte aber offensichtlich fest entschlossen, das Problem anzupacken. Mehrere Landschaftsarchitekten waren angefragt worden; die Vertreter zweier Büros waren geladen, um ihre Ideen und Sanierungskonzepte zu erläutern.

Elke Döhler vom Büro für Landschaftsgestaltung Ammermann-Döhler und Roland Schmitt vom Architekturbüro Schmitt-Vogels, beide Bamberg, waren zuerst an der Reihe. Döhler führte aus, dass der Poxdorfer Friedhof insofern bemerkenswert sei, weil hier Kirche und Friedhof räumlich noch nah beieinander seien; das gebe es heute nicht mehr so oft. Sie plädierte dafür, verschiedene Bestattungsformen zu ermöglichen, also neben der traditionellen Erdbestattung auch Bereiche für anonyme, halb-anonyme oder individuelle Urnengräber im Rasengrab anzulegen.

Außerdem hielt sie es für sehr wichtig, einen parkartigen kleinen Hain zu schaffen, wo die Friedhofsbesucher sich begegnen können, wo es Bänke gibt oder auch einen Brunnen. Sie empfahl, die bestehende Wand mit den Urnengräbern in den Erweiterungsbereich Richtung Parkplatz zu verlegen. Roland Schmitt betonte, dass zunächst zu klären sei, ob die Aussegnungshalle saniert oder an anderer Stelle neu erbaut werden solle; davon hinge auch die Gestaltung der Gräber-Bereiche ab. Vorschläge zu beiden Lösungen werden in Kürze vorgelegt.

Jörg Czerwonka vom Büro für Garten- und Landschaftsarchitektur (Erlangen) ist Spezialist für Friedhofslandschaften. In seinem Konzept spielen die Einbindung in die Natur, einrahmende Pflanzungen und Rasenflächen eine große Rolle: Er betonte, dass ein Friedhof nicht nur ein würdiger Ort für die Toten, sondern auch ein Ort für die Lebenden, ein Ort der Begegnung und der Kommunikation sein müsse. Entsprechend dem Trend zur Erdurnenbestattung schlug er im fünf bis acht Meter breiten Erweiterungsbereich Richtung Parkplatz einen Urnenkreis um eine Statue oder einem Zierbrunnen herum vor oder Wegschleifen durch Urnengräberbereiche. Verdeckte, aber gut zugänglichen Plätze für die Abfälle waren ebenso eingeplant wie neue Wegpflasterungen nebst Drainage im alten Friedhofsbereich. Ob die Aussegnungshalle an ihrem Ort verbleiben oder in den Erweiterungsbereich verlegt werden soll, ist eine Frage der Kosten; darüber muss der Gemeinderat entscheiden. Czerwonka hat Pläne für beide Lösungen erarbeitet, muss jedoch die Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Aussegnungshalle einer anderen Firma übertragen.

Die Diskussion über die Sanierungskonzepte erfolgte in der nichtöffentlichen Sitzung. Ob die Räte eine Entscheidung trafen, blieb deshalb offen. 

DAGMAR NIEMANN

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