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Startschuss für die „neue Herderstraße“

Entwurf für künftige Bebauung vorgestellt — Ruf nach großen Wohnungen — Umbenennung sinnvoll? - 19.01.2011

Die Herderstraße wird künftig ein ganz anderes Gesicht haben. © Roland Huber


Die sechs Notunterkünfte der Stadt werden im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ abgerissen. Die bisherigen Bewohner können im Frühjahr in ihre neue Bleibe an der Fritz-Hoffmann-Straße umziehen, im Haus für Wohnungsnotfälle. Ebenfalls mit Hilfe der Sozialen Stadt entsteht dort eine Wohnanlage mit vier Gebäuden für 2,5 Millionen Euro.

Mit dem Umzug kann für die Herderstraße ein völlig neues Kapitel beginnen, ein positives Signal für Forchheim-Nord. Dieser hohe Anspruch wurde im Planungsausschuss des Stadtrates deutlich. Architekt Matthias Jakob von der Bamberger Joseph-Stiftung stellte hier den Entwurf für die neuen Häuser an der Herderstraße vor. Die Joseph-Stiftung plant die neue Wohnanlage im Auftrag der städtischen Wohnbaugesellschaft GWS. Die Neubebauung der Herderstraße mit dem Abriss eines kompletten sozialen Brennpunktes sei etwas „Besonderes“. Jakob: „Das Viertel wird sich normalisieren.“

Baubeginn im Herbst

Im Herbst soll Baubeginn sein. Bis dahin werden die alten Häuser verschwinden. Deren Bausubstanz sei „in keinster Weise erhaltenswert“, hatte Stadtplaner Dworschak erläutert. 230000 Euro wird der Abriss kosten. Trotz der Kürzung der Bundesmittel für die Soziale Stadt (wir berichteten), bekommt die Kommune einen 60-Prozent-Zuschuss. Die Regierung von Oberfranken sieht den Abriss als laufende Maßnahme, die mit dem Neubau des Hauses für Wohnungsnotfälle zusammenhängt, erklärte Dworschak.

Bis Anfang 2013 werden statt der schäbigen Altbauten drei Gebäudezeilen gebaut, parallel zur Bammersdorfer Straße Richtung Bahnlinie. Im vorderen der zwei- und dreigeschossigen Häuser zieht das neue Haus der Wohnungswirtschaft ein. Die GWS, die Joseph-Stiftung und die WVG fassen ihre Verwaltungen zusammen, ebenso den Hausmeisterservice. Hier ist dann auch Platz für einen kleinen Bauhof mit Garagen und Werkstatt, wie Matthias Jakob dem Ausschuss erklärte.

Die zwei anderen Gebäude sind für Sozialwohnungen vorgesehen. „23 bis 25“ sollen es laut Jakob werden. Bisher sind vor allem Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen geplant mit Flächen zwischen 50 und 65 Quadratmeter. „Möglicherweise“ sollen auch zwei Vier-Zimmer-Wohnungen mit 90 Quadratmeter hinzukommen.

Lisa Hoffmann appellierte, bei der Planung der Wohnungen an Familien zu denken. Größere Mietwohnungen werden in der Kreisstadt immer weniger. Auch GWS-Chef Heinz Schwab betonte, wie wichtig es sei, Wohnungen zu bauen. „Wir brauchen die, denn Forchheim wird wachsen.“

Gegenüber den NN sagte Planer Jakob, dass bei den Wohnungsgrößen „das letzte Wort noch nicht gesprochen ist“. Man sei offen.

Ein Teil des Stadtrates würde zudem gerne sehen, dass die Herderstraße umbenannt wird. Holger Lehnard (CSU) sprach’s im Ausschuss aus, Oberbürgermeister Franz Stumpf pflichtete ihm bei: „Wenn sich in Zukunft jemand aus der Herderstraße bei einem Arbeitgeber bewirbt, so wird es noch lange dauern, bis dieser nicht ganz bestimmte Assoziationen hat.“

Neue Namen wurden nicht genannt. Doch die Idee liegt sichtbar auf dem Tisch. 

VON GEORG KÖRFGEN

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