18°

Samstag, 21.10. - 17:34 Uhr

|

zum Thema

Vergessene dritte Kraft der Handballstadt

Ende der 40er waren Jahn-Damen stilprägend - 28.01.2016 10:43 Uhr

Bilderstrecke zum Thema

Momente der Forchheimer Sportgeschichte

„Wisst ihr eigentlich noch damals?“ So nehmen viele Stammtischunterhaltungen ihren Anfang. Sich über längst vergessene Ereignisse auszutauschen, kann schöne Erinnerungen wecken und ist fast eine eigene Sportart. In loser Reihenfolge blicken wir in unserer Rubrik „Wussten Sie noch?“ auf historische Sport-Momente aus Forchheim und dem Landkreis zurück.


Fast in Vergessenheit geraten ist, dass nicht nur beim VfB und dem SV Buckenhofen, sondern zudem bei der SpVgg Jahn Handball gespielt wurde. Noch im gleichen Jahr, als der bekannte Nationalspieler Martin Voss 1946 beim VfB seine erfolgreiche Ära (wir berichteten in einer früheren Folge) begründete, zog der Nachbar von der Jahn-Straße nach. Die Chronik der Sportvereinigung hält fest, dass die Vereine in der Nachkriegszeit vom Zustrom durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene enorm profitierten. So schossen unter anderem neue Sparten wie Boxen, Wandern und eben Feldhandball neu aus dem Boden. Das große Glück für die Forchheimer war, dass es noch einen zweiten Neubürger mit außergewöhnlichen handballerischen Fähigkeiten nach Franken verschlug.

Zu gut für den 1. FCN

Die Feldhandballerinnen des Jahn in den späten 40ern (h. v. li.): Leni Gebald (Schellenberger), Ilse Hermann, Spielertrainerin Hedi Greif, Gisela Krieg, Anni Glaser, Hildegard Sengerleitner. Vorne: Margot Dormann, Ilse Kreps, Gunda Kraus, Marianne Kupfer, Mizi Seubert. © Foto-Repro: Ralf Rödel


Die oberligaerfahrene Hamburgerin Hedi Greif, die den späteren Vorsitzenden Georg Greif heiratete, formte als Spielertrainerin eine Mannschaft, die besser war als der VfB und selbst den 1. FC Nürnberg auf dem heutigen A-Platz des Jahn besiegte. Den Status als Branchenprimus bei den Frauen, untermauert mit der Bezirksmeisterschaft 1950, war der Jahn jedoch Wochen später mit dem Rückzug aus dem aktiven Geschehen wieder los. Es fehlte der personelle Nachschub für die erste Spielergeneration um Gunda Kraus, Mitzi Seubert, Ilse Hermann, Gisela Sengerleitner, Leni Gebald, Gisela Krieg, Anni Glaser, Margot Dormann, Ilse Kreps und Marianne Kupfer. Während der Fußball seinen Siegeszug startete und das Interesse auf sich zog, musste auch der VfB für kurze Zeit den Betrieb einstellen. In den 60er Jahren sorgte die Verlagerung des Sports unters Hallendach für einen neuerlichen Aufschwung, der allerdings am Jahn vorbeiging.

Erst 1981 startete mit Willi Meyer ein engagierter Multifunktionär noch einen Versuch. Heimstätte war die damals gebaute Dreifach-Turnhalle des Ehrenbürg-Gymnasiums. Das Unterfangen erwies sich als aussichtslos.

  

KEVIN GUDD

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Forchheim