Donnerstag, 15.11.2018

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Welche Heizung macht heute noch Sinn?

Stefan Sablofski über Vor- und Nachteile von Nachtspeicheröfen - 23.01.2018 20:00 Uhr

Herr Sablofski, sind Nachtspeicheröfen heute noch sinnvoll?

Stefan Sablofski: Das kommt auf die örtlichen Gegebenheiten an — zum Beispiel den Zustand des Gebäudes und die baulichen Rahmenbedingungen.

Welche Heizungsart ist sinnvoll? Stefan Sablofski weiß es. © photothek.net/Liesa Johannssen


Nicht in jedem Haus lässt sich eine Gas- oder Ölheizung einbauen. Für letztere braucht man zum Beispiel genügend Platz für den Öltank. Auch das eigene Nutzverhalten spielt eine Rolle bei der Frage, welche Heizungsart sinnvoll ist. Letztendlich sollte man nach dem Wärmebedarf gehen, das heißt: die Höhe der Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

 

Stefan Sablofski © F.: Stadtwerke


Rechnet sich demnach ein Nachtspeicherofen?

Stefan Sablofski: Ein Nachteil ist, dass der Brennstoff teurer kommt: Die Kilowattstunde liegt bei zirka 19 Cent, während sie bei einer Öl- oder Gasheizung rund sechs Cent kostet. Aber dafür sind die Anschaffungskosten von Nachtspeicheröfen viel geringer: Pro Ofen kann man im Durchschnitt, je nach Modell oder Hersteller, etwa 1000 Euro veranschlagen. Man braucht zwar in jedem Raum einen. Aber eine neue Zentralheizung samt Leitungen kostet schnell 30 000 Euro. Und: Für einen Nachtspeicherofen hat man weniger Wartungsaufwand und man spart sich den Kaminkehrer. Kurz: Die Anlagenkosten sind niedriger.

 

Welche Alternativen gibt es?

Stefan Sablofski: Zum Beispiel die Infrarotheizung. Sie wird tagsüber mit Direktstrom betrieben, der zwar teurer ist. Der Vorteil ist jedoch die höhere Strahlungswärme, die ein behaglicheres Raumklima schafft: Man kann die Temperatur um zwei oder drei Grad absenken im Vergleich mit einer anderen Heizung. Infrarotgeräte sind ideal fürs Bad. Und es gibt sie ab 150 Euro. Doch egal, welche Heizungsform man wählt: Der Verbrauch hängt stark vom Nutzerverhalten ab. Wer den Wärmebedarf bauseits senken will, sollte auch über die Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Fassade und einen Fenstertausch nachdenken.

 

  

(Mehr zum Thema auf Seite 27) TANJA TOPLAK-PÁLL

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