Mittwoch, 14.11.2018

|

Wenn sich Karpfen im Swimmingpool tummeln

Am Tag der offenen Gartentür gibt es in Wimmelbach ein grünes Schmuckstück der besonderen Art zu sehen - 24.06.2016 18:15 Uhr

Ob zwischen den Obstbäumen, auf der zentralen Terrasse, bei den Gemüsebeeten oder wie hier am Goldfischteich: Im liebevoll hergerichteten Garten von Helga und Peter herrscht eine ungezwungene Wohlfühlatmosphäre. © Foto: Horst Linke


In Gartenfragen hielten es die Wandams früher eher nonchalant, ließen dem natürlichen Wildwuchs- und Wucherbedürfnis von Kräutern und Gräsern nahezu freien Lauf. „Irgendwann war um uns herum alles total zugewachsen“, erzählt Helga Wandam. Vor 30 Jahren zogen die 65-Jährige und ihr gleichaltriger Mann Peter in das Haus am Ortseingang von Wimmelbach. „Unsere Nachbarn haben dann vor circa 15 Jahren ihren Garten neu gemacht – was zur Folge hatte, dass unserer noch wilder aussah.“

Ab diesem Punkt begannen die Beiden die rund 900 Quadratmeter hinter ihrem Anwesen nach allen Regeln der Gartenbaukunst umzugestalten. Heute umrahmen Hortensien und Buchsbäume einen Goldfischteich, der neben einer kleinen Holzhütte angelegt wurde. Auf einer überdachten Terrasse im Zentrum des Gartens sticht ein ungewöhnlicher Tisch ins Auge: „Das ist ein ehemaliger Brunnenschacht, denn wir hatten früher eine Wärmepumpe“, sagt die gebürtige Erlangerin. Der Brunnen hat (ebenso wie die Pumpe) längst ausgedient und wurde mittels einer Platte zum Tisch umfunktioniert. Unterhalb davon, auf einer Grasfläche, stehen Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume, dazwischen gesellt sich eine Buche.

Nur die Zwiebeln wollen nicht

Dem Rasen schließt sich ein großer Gemüsegarten an, in dessen (Hoch-)Beeten Salat, Kohlrabi, Fenchel, Blumenkohl, Tomaten, Paprika, Chilis und Erdbeeren wachsen. „Nur Zwiebeln pflanzen wir keine mehr, die wurden von Jahr zu Jahr kleiner.“ Doch das ist zu verschmerzen; vor allem, wenn man seinen Blick über den malerischen Fischweiher schweifen lässt, der sich jenseits der Gartenhecke auftut. Am besten genießen lässt sich der Ausblick vom garteneigenen Swimmingpool aus – ein Luxus, den sich Helga Wandam unbedingt gönnen wollte. „Unser kleines Schwimmbad nutze ich am meisten, da spielt die Temperatur keine Rolle. Für meinen Mann hingegen ist alles unter 28 Grad kein Badewasser“, lacht die 65-Jährige. Tatsächlich dient der Pool seit einigen Jahren auch einem anderen Zweck: Der Sohn der Wandams ist Pächter eines Karpfenweihers in der Nähe. „Und wenn er dann mal ein paar Fische braucht, kann er ja nicht den ganzen Weiher ablassen. Also schwimmen im Herbst immer Karpfen durch unsern Pool.“

Das Schwimm- beziehungsweise Karpfenbad vervollständigt die naturverbundene Atmosphäre im Garten der Wandams: eine liebevoll gepflegte und trotzdem ungezwungen-natürliche Idylle.

Als Mitglieder des Gartenbauvereins Hausen haben sie sich heuer dazu bereit erklärt, ihre Idylle am Tag der offenen Gartentür für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Jetzt hoffen wir halt, dass auch das Wetter am Sonntag mitspielt.“ Die Aussichten sind nach der drückenden Sommerhitze der vergangenen Tage nicht sonderlich rosig. Nichtsdestotrotz bereitet Helga Wandam Kaffee und Kuchen für die Besucher vor. Und ein paar Brote mit verschiedenen Kräuteraufstrichen – frisch aus dem Garten, versteht sich.

Tag der offenen Gartentür ist Sonntag, der 26. Juni. Der Hausgarten von Peter und Helga Wandam befindet sich in der Burker Straße 3, Hausen-Wimmelbach. 

PHILIPP ROTHENBACHER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Wimmelbach