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Wird das VfB-Sportgelände bald zum Mietobjekt?

Verein plagen weiterhin Schulden — Nach Trainerrücktritt stehen Fußballer vor der Mannschaftsauflösung — Bald ungenutzte Sportplätze? - 13.04.2012 08:00 Uhr

„Hier ist Vermögen da“, sagt der stellvertretende VfB-Vorsitzende Stefan Schick und meint damit das Vereinsgelände im Forchheimer Norden. Eine Zwischenvermietung favorisiert Vereins- und Stadtchef Franz Stumpf. Schick hält sogar auch einen Verkauf für vorstellbar.

„Hier ist Vermögen da“, sagt der stellvertretende VfB-Vorsitzende Stefan Schick und meint damit das Vereinsgelände im Forchheimer Norden. Eine Zwischenvermietung favorisiert Vereins- und Stadtchef Franz Stumpf. Schick hält sogar auch einen Verkauf für vorstellbar. © Hubert Bösl


Den Hauptverein plagt immer noch ein Schuldenberg „von etwa 70000 Euro“, so Stumpf. Dieser stammt laut einer Aussage auf der Hauptversammlung 2010 von Walter Mirschberger, dem VfB-Kassier, „ungefähr zu einem Drittel von den Mehrausgaben der Fußballabteilung in den letzten Jahren“.

Strittig ist dabei seit eh und je, welche Ausgaben man der Fußballabteilung zurechnet. So sind die Kosten des Geländes, von der Instandhaltung der drei Rasenfelder bis hin zum Sportheim über die Heizung und die Duschkosten, den Fußballern zur Last gelegt worden. „Manche sagen: Muss das nicht der Hauptverein tragen?“, sagt Stefan Schick. Das würden aber die übrigen Abteilungsleiter nicht einsehen, die, um ihre eigenen Kosten zu decken, teilweise schon Zusatzbeiträge innerhalb der Sparten erheben.

„Ist das fair?“

„Da kann man natürlich fragen: Ist das fair gegenüber den Fußballern? Fakt ist aber, dass die anderen Abteilungen, die das Gelände übrigens wenn überhaupt kaum nutzen, kein Geld abgeben können.“

Nach dem Rücktritt von Spielertrainer Huso Bajric am Montag drohen nun weitere Auflösungserscheinungen in der Fußballmannschaft. Die A-Junioren und die Reserveelf wurden bereits vor einigen Wochen vom laufenden Spielbetrieb abgemeldet. Sollte sich die 1. Mannschaft auch noch — ob gleich oder erst nach der Spielrunde — abmelden, würden die Rasenfelder nicht mehr genutzt.

Eine Lösung, auch zur Entschuldung des Vereins, müsse laut Schick also über das Gelände („Hier ist Vermögen da“) gefunden werden. „Ein Verkauf wäre eine Option. Man könnte auch überlegen, das Gelände zwischenzuvermieten.“

Für Oberbürgermeister Franz Stumpf, gleichzeitig Vorsitzender des VfB, kommt ein Verkauf nicht in Frage: „Die Schulden sind nicht erdrückend.“ Zudem gebe es „einige Anfragen von Leuten, die Interesse hätten, das Gelände weiterzunutzen“. Konkreter wollte Stumpf nicht werden.

Eine Vereinsfusion hatte im Handballbereich der SV Buckenhofen, im Fußball die SpVgg Jahn mehrfach abgelehnt. Den Zusammenbruch des Traditionsvereins befürchtet Stefan Schick trotzdem nicht — auch wenn sich mit den Handballern, die nach dieser Saison zum HC Forchheim „übersiedeln“ werden (wir berichteten), und nun auch den Fußballern die beiden größten Abteilungen aus dem Spielbetrieb zurückziehen: „Unsere große Stärke sind die passiven Mitglieder“, findet Stefan Schick.

Auch sonst habe der VfB, wenn alle Kosten getragen werden, als Verein keine Probleme. Allerdings sei laut Schick die Mitgliederzahl zuletzt von rund 1000 auf 700 gesunken.

„Seit Jahren schon haben wir Fußballer den Eindruck, dass die Vorstandschaft das Sportheim und das Gelände loswerden möchte. Da standen bislang nur wir Fußballer im Weg“, sagt ein langjähriges Mitglied der Fußballabteilung, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Dieser Widerstand könne mit Auflösung der letzten aktiven Mannschaft bald gebrochen sein.

„Ich bin mir sicher, irgendwann gibt’s wieder einen, der die Fußballabteilung aufbaut“, sagt Vorsitzender Franz Stumpf.

Eine erste Entscheidung über die Zukunft der Fußballer dürfte  am Donnerstag nach Redaktionsschluss in einer internen Fußballsitzung gefallen sein. Man wollte zuletzt wenigstens bis Saisonende noch durchhalten. 

CHRISTOPH BENESCH

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