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Sonntag, 23.09.2018

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Abrissbirne schwebt bald über Veitsbronns Mittelschule

Der Nordteil des Gebäudekomplexes muss einem Kindergarten und einer Krippe weichen — Noch ein Besichtigungstermin für Bürger - 27.08.2018 11:00 Uhr

Auch sie müssen Abschied von einem Teil der örtlichen Mittelschule nehmen: Guido Mackowiak vom Bauamt in Veitsbronn, Bürgermeister Marco Kistner und Hausmeister Hans-Jürgen Just (von links). © Foto: Nina Daebel


Der Nordteil der Mittelschule ist schon lange verwaist. Manchmal probt die Blaskapelle in den Räumen oder sie werden, wie im kommenden Herbst, als Briefwahllokal genutzt. Hans-Jürgen Just ist seit 22 Jahren Hausmeister an der Schule, vorher war es sein Vater. "Er hat diese Schule Ende der 1960er Jahre geöffnet, ich habe sie geschlossen", sagt Just, der sich auf dem verlassenen Gelände mitunter fühlt wie ein Friedhofswärter. Doch er hat es weiterhin gepflegt – innen und außen.

Voraussichtlich im Januar oder Februar des nächsten Jahres werden nun die Abrissbagger rollen. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Momentan sitzt der Statiker daran, den Abbruch des Schul-Nordteils so zu planen, dass es mit der angrenzenden Turnhalle keine Probleme gibt. Die Baugenehmigung steht noch aus, Details müssen geklärt und Anträge für Fördermittel gestellt werden.

Voraussichtlich im März 2019 soll mit dem Neubau begonnen werden – vorausgesetzt, es finden sich passende Firmen, die noch Kapazitäten frei haben. "Das ist momentan die große Herausforderung am Bau", sagt Bürgermeister Marco Kistner bei einem Ortstermin. Wenn alles gut läuft, könnte die neue Einrichtung im Jahr 2020 eröffnet werden.

Lange war unklar, wie es mit dem Mittelschul-Gelände weitergehen würde. Zuletzt war geplant, die Freie Demokratische Schule Franken dort einziehen zu lassen. Doch die Bezirksregierung in Ansbach lehnte den Genehmigungsantrag der privaten Einrichtung ab. Damit war die Zukunft des Geländes wieder offen. Als die Gemeinde schließlich einen Platz für einen Kindergarten mit Krippe suchte, kam neben einem Areal an der Rothenburger Straße auch die Mittelschule ins Spiel. Der Gemeinderat sprach sich schließlich gegen einen Neubau an der Rothenburger Straße aus und favorisierte die Mittelschule. Hier entschied man sich schließlich gegen einen Umbau und für einen Teilabbruch mit Neubau.

"Ein Umbau wäre extrem problembehaftet gewesen", erklärt der Bürgermeister. Beim Bau eines Kindergartens und einer Kinderkrippe müssten ganz bestimmte Kriterien erfüllt werden, sowohl hinsichtlich der Barrierefreiheit und des Brandschutzes als auch bezüglich des energetischen Zustands. Der Architekt habe davon abgeraten, dieses Risiko einzugehen und den wirtschaftlicheren Neubau empfohlen.

So wird auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Areal nun ein ebenerdiger Bau mit einer Brutto-Geschossfläche von rund 640 Quadratmetern entstehen, außerdem ein grüner Außenbereich mit Spielfläche. Rund 2,3 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten.

Der Freistaat Bayern wird das Projekt voraussichtlich mit rund einer Million Euro bezuschussen, so der Rathauschef. Welcher Betreiber die Einrichtung übernimmt, ist noch offen. Momentan laufen Gespräche mit den ortsansässigen, bewährten Partnern, darunter sind die evangelische und katholische Kirche sowie das Rote Kreuz. Sollte keiner von ihnen die neue Einrichtung tragen wollen, werde man die Suche ausweiten, kündigt Kistner an.

Über die Zukunft des Adventsmarkts, der bislang auf dem Pausenhof stattfand, hat man sich im Rathaus bereits Gedanken gemacht. 2018 wird er ein letztes Mal am alten Platz über die Bühne gehen. 2019 könnte er sich vom Dorfplatz-Ost bis zur Zenngrundhalle ziehen, mit einer Teilsperrung der dazwischen liegenden Straße.

Kistner zufolge hätte das den Vorteil, dass man die Eisenbahnfreunde sowie das Angebot von Kaffee und Kuchen in fast gewohnter Weise in der Halle unterbringen könnte.

Weil viele Veitsbronner einen guten Teil ihrer Schulzeit im Nordteil verbracht haben, soll es vor dessen Abbruch noch einmal die Möglichkeit geben, die Räume zu besichtigen und in Erinnerungen zu schwelgen. Wann genau das sein wird, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Auch die Polizei und ein Sondereinsatzkommando würden das Gebäude gerne noch einmal für ihre Zwecke nutzen und dort ein realistisches Einsatz-Szenario trainieren. 

Nina Daebel

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