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Einkaufsschwerpunkt: Investoren stellten sich vor - 08.07.2011 13:00 Uhr

Eine von vielen Ideen: So oder ähnlich könnte nach den Vorstellungen der Firma MIB ein Zugang zum Wölfel-Areal aussehen, der auf Höhe des jetzigen City-Kinocenters entstehen würde. Entwurf: MIB


„Drei hochkarätige und spannende Angebote“ kündigte Oberbürgermeister Thomas Jung den versammelten Stadträten und Mitgliedern diverser Gremien im Saal der Ludwig-Erhard-Schule an. Er versprach nicht zu viel: Was die Firmen Fondara, ATP/Ten Brinke und MIB in den folgenden Stunden zu bieten hatten, machte teils Staunen, sorgte aber auch für manchen Zweifel.

So entschied sich die Münchner Firma Fondara als einziger Bewerber dafür, eine Tiefgarage für den neuen Einzelhandelskomplex unter der Freiheit zu planen — mit stolzen 480 Stellplätzen und direktem unterirdischen Zugang zu den Geschäften auf dem Wölfel-Areal. Genau das aber behagt vielen nicht, wollen sie doch, dass die Kunden oberirdisch die Stadt erkunden und nicht zu sehr in eine Shopping-Mall gesaugt werden.

Die beiden Konkurrenten planen dagegen mit weit weniger Kundenparkplätzen, die dann direkt unter dem Areal positioniert wären. Ebenfalls exklusiv hat Fondara die Idee für sich, den Wölfel-Komplex von der Breitscheidstraße aus durch zwei neue Wegeverbindungen zu erschließen; zudem soll ein weiterer Zugang von der Schwabacher Straße aus entstehen, der dafür nötige Erwerb zweier zusätzlicher Häuser sei gesichert, beteuert die Firma.

Über die Rudolf-Breitscheid-Straße hinweg will Fondara die beiden Gebäudekomplexe durch eine Brücke verbinden. ATP/Ten Brinke und MIB beschränken sich auf die vorhandene und zur Fußgängerzone umgestaltete Rudolf-Breitscheid-Straße, von der aus die Geschäftshäuser links und rechts erkundet werden können.

Schutz der Bausubstanz

Allen gemein ist hingegen, dass sie die historischen und denkmalgeschützten Häuser auf der Wölfel-Seite erhalten möchten, wobei bei Fondara wohl nur die Fassaden übrig bleiben würden. Das Konglomerat verschachtelter Höfe und ungenutzter Häuser dahinter soll in allen Varianten der Abrissbirne zum Opfer fallen und durch zweigeschossige Neubauten ersetzt werden.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wollen alle drei das Fiedler-Haus abreißen. Beim Park-Hotel sehen die Strategien wieder unterschiedlich aus: Fondara bevorzugt den Komplettabriss, „weil sonst keine vernünftig zugeschnittenen Flächen zu schaffen sind“. ATP/Ten Brinke traut sich zu, wenigstens den historischen Saal zu erhalten und in den oberen Geschossen ein neues Zwei- bis Drei-Sterne-Hotel mit 120 Zimmern zu etablieren. MIB wiederum möchte die „wunderschöne Fassade“ zur Moststraße hin stehen lassen.

Das architektonische Erscheinungsbild soll sich zwar erst in einem gesonderten Architekturwettbewerb im Herbst ergeben, alle drei Unternehmen lehnten sich aber bereits weit aus dem Fenster und bekannten sich zu einer ihrer Ansicht nach passenden Optik. So würde Fondara anstelle des Park-Hotels „ein bauliches Ausrufezeichen“ setzen, ATP/Ten Brinke schwebt ein modernes „metropolitanes Konzept“ vor, während MIB ein ans historische Hotel-Erscheinungsbild angelehnter Entwurf mit einer Art Turm und Erkern vorschwebt.

In den nächsten beiden Wochen werden sich sowohl Stadtspitze als auch der Projektbeirat, in dem unter anderem Vertreter von Einzelhandel und Bürgerinitiative am Verfahren beteiligt sind, auf ihren Favoriten festlegen und eine Empfehlung aussprechen. Wer den Einkaufsschwerpunkt schließlich bauen darf, entscheidet der Stadtrat am 27. Juli.

Eine Extra-Seite weiteren Hintergründen und mehr Bildern finden Sie in der Samstagsausgabe der Fürther Nachrichten. 

Wolfgang Händel

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