Mittwoch, 21.11.2018

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Allerletzte Chance für die U-Bahn nach Stein

Neue Untersuchung soll sich mit Verkehrsproblemen in der Faberstadt befassen - 29.05.2018 16:10 Uhr

Noch ist es nur eine Fotomontage: Ob sich eine U-Bahn von Nürnberg nach Stein wirklich rechnet, kann jetzt aber unter neuen Bedingungen untersucht werden. © Foto/Montage: Eduard Weigert


Eigentlich ergaben alle bisherigen Berechnungen, dass die Fortsetzung der Strecke Röthenbach–Stein nicht rentabel ist. Die Kosten für den unterirdischen Neubau wurden im Verhältnis zum Nutzen, also der Verkehrsentlastung der Straße, gesehen. Allerdings wurde nur der potenzielle neue Abschnitt Stein bis zum Endhalt Röthenbach betrachtet, nicht jedoch die Fahrten zum Nürnberger Plärrer oder Hauptbahnhof: Eine Datengrundlage, die die tatsächliche ÖPNV-Nutzung nicht widerspiegelt, jedoch vom Bund so vorgesehen ist, wenn es um den Neubau teurer Strecken im öffentlichen Nahverkehr geht — die standardisierte Bewertung.

Bislang gingen folglich der Landkreis Fürth und die Stadt Stein davon aus, dass es keinen Sinn macht, die U-Bahn-Idee weiterzuverfolgen. Überraschend aber tun sich neue Wege auf, denn für die Stadt Stein gibt es die Planung für eine Umgehungsstraße. Dieses Projekt wurde in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen.

Die Straße, die im Staatlichen Bauamt Nürnberg konzipiert wurde, würde etwa auf Höhe des Steiner Kreisels an der Bundesstraße 14 beginnen, mittels eines Tunnels den Wiesengrund Rednitztal unterqueren und am Nürnberger Hafen enden. Ein Straßenbauvorhaben, das insbesondere von der Stadt Nürnberg sehr kritisch gesehen wird.

Wo ist Geld gut angelegt?

Selbst wenn die Straße bislang nur auf dem Papier existiert, hat sie doch Vorzüge. Sie ermöglicht es, dass Mittel für eine sogenannte "intermodulare Verkehrsuntersuchung" vorhanden sind, wie der Fürther Landrat Matthias Dießl auf Anfrage unserer Redaktion erläutert. Dabei wird nicht der Straßen- oder U-Bahn-Bau allein untersucht, sondern die Mobilität insgesamt. Es ist völlig offen, welche Verkehrslösung am Ende präsentiert wird: U-Bahn, Straßenbau, neue Bustrassen oder eine Kombination. So könnte man zu dem Ergebnis kommen, dass das Geld in einer U-Bahn-Strecke besser angelegt ist als im Straßenbau.

Den Wunsch, die Verkehrssituation nochmals neu zu analysieren, haben nicht nur die Stadt Stein und der Landkreis Fürth, sondern auch die Stadt Nürnberg. Stein argumentiert zudem, dass es in den kommenden Jahren durch neue Wohngebiete mit Bevölkerungszuwachs rechne. Schon allein deshalb solle die standardisierte Bewertung aktualisiert werden.

Auch der Freistaat ist mit im Boot: Innenminister Joachim Herrmann, sagt Landrat Dießl, habe bereits die Zusage für die intermodulare Untersuchung gegeben. Durch die Kabinettsumbildung in München ist nun jedoch Ilse Aigner die zuständige Ministerin. Ihr Ja-Wort zur Neubewertung ist aber zu erwarten.  

BEATE DIETZ

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