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Ammerndorf mahlt für Dinkel-Knäckebrot weltweit

Kurze Wege und stabile Preise: Mühle produziert für die Großbäckerei Dr. Karg - 24.07.2017 06:00 Uhr

Kein Bett, sondern ein Bild im Kornfeld (von links): Miriam Adel, Dr. Klaus Karg, Albert Stinzendörfer, Georg Burger, Judith Hock-Klemm, Karl Dollinger. Mit Getreide kennen sie sich aus. © Foto: Schmitt


Bio-Dinkel aus Greding, Thalmässing, Schwanstetten und Rohr wird von der Ammerndorfer Mühle im Landkreis Fürth zu Mehl verarbeitet. Klaus Karg backt daraus in Schwabach Knäckebrot für die ganze Welt. Mit über 100 Tonnen kommt etwa die Hälfte des Dinkelmehlbedarfs des Unternehmens aus Mittelfranken und der Oberpfalz. Die zwölf Erzeuger haben sich samt Mühle für drei Jahre verpflichtet, die Großbäckerei mit Mehl aus Bio-Dinkel zu beliefern.

So sind über diesen Zeitraum Qualität, Menge und Preis für beide Seiten ausgehandelt und stabil. Für Klaus Karg waren es exakt diese Rahmenbedingungen, die ihn einen solchen Vertrag abschließen ließen. "Der Dinkelmarkt ist sehr klein, da sind die Preisschwankungen unter Umständen enorm", so der Spezialist für Bio-Knäckebrot.

Einer der Bio-Bauern aus dem Landkreis Roth ist Georg Burger aus Rohr. Bereits seine Eltern haben ab 1974 auf Bio-Erzeugung gesetzt. Sein knapp 1,4 Hektar großes Bio-Dinkelfeld westlich von Rohr steht kurz vor der Ernte. 40 Doppelzentner Mehl steuert er von dort bei. Karl Dollinger aus Offenbau liefert das Grundmaterial für etwa 50 Doppelzentner Dinkelmehl. Er ist Sprecher der Bio-Bauern im Landkreis Roth. Weitere Bio-Dinkel-Landwirte sind in Vorra, Nürnberg und im Landkreis Neumarkt angesiedelt. Einschließlich der Mühle sind alle mit dem Bioland-Siegel zertifiziert.

Große Sorgfalt

"Der Bio-Dinkel soll ja nicht verunreinigt werden, dafür bedarf es großer Sorgfalt", sagt Albert Stinzendörfer von der Ammerndorfer Mühle. Der Müller vermahlt nicht nur kleine regionale Partien, steht aber voll hinter dem Konzept der kurzen Wege. Pro Jahr verarbeitet er etwa 2000 Tonnen Bio-Dinkel. "Regionale Wertschöpfung gilt es zu erhalten und zu fördern", betont Stinzendörfer.

Miriam Adel vom Regionalmanagement des Landratsamts Roth und Judith Hock-Klemm, die Projektleiterin der Öko-Modellregion bei der Stadt Nürnberg, sind auf der Suche nach weiteren Partnern in der Region. "Wir machen Landwirten das Angebot, auf ökologischen Landbau umzustellen", so Miriam Adel.

Verträge wie jener mit der Firma Dr. Karg stellen dabei die Vermarktung sicher. Es war allerdings kein Zufall, dass sich Klaus Karg auf die Suche nach regionalen Partnern gemacht hat. Als Aussteller bei der Messe "Biofach" in Nürnberg sprach er mit dem bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner über die Probleme des Dinkel-Markts. "Er hat mir geraten", so Karg, "längerfristige Verträge mit regionalen Partnern zu schließen." 

ROBERT SCHMITT

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