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Auch Fürths alter Süden putzt sich heraus

Ein neues Wohnkonzept soll vor allem pendelnde Geschäftsleute ansprechen - Uvex-Gebäude wird saniert - 27.03.2010

Nach dem Umbau soll das Uvex-Gebäude (hinten li.) so aussehen wie dieses Modell. Auf der Freifläche, auf der OB Thomas Jung (li.) und Jürgen Eschbach stehen, wird ein Neubau mit dem Thema »Concierge Wohnen» hochgezogen. © Linke


Der Oberbürgermeister wirkte geradezu euphorisch - das Modell, das die Firma P & P gestern an der Ecke Ludwig- und Fichtenstraße präsentierte, schien ihm zu gefallen. Einen Neubau wollen die Fürther Denkmalspezialisten hier errichten, außerdem ein bestehendes Gebäude sanieren. Erstmals, schwärmte Jung, rücke die »alte Südstadt» in den Blickpunkt des Interesses; das könne der Startschuss sein für weitere Bautätigkeiten, schließlich müssten sich die Investoren bald eine andere Spielwiese suchen, da die »neue Südstadt» - damit meinte Jung die frühere Darby-Kaserne - bald keinen Platz mehr bietet.

69 Wohnungen sollen in dem Gebäude entstehen, das die Firma Uvex nur noch bis Mitte April nutzen wird, ehe sie diesen Standort auf die Hardhöhe verlegt. 75 Prozent der Wohnungen seien bereits verkauft, sagt Jürgen Eschbach, Vertriebsleiter bei P & P. Ende des Jahres könnten die ersten Bewohner in das »City Central 3» getaufte Haus einziehen. Die Vorgänger City Central 1 und 2 sind das frühere Bauamtsgebäude an der Breitscheidstraße sowie ein Bauprojekt in der Marienstraße.

Beispiel Benno Möhlmann

Aber damit nicht genug: Auf der Brache direkt neben Uvex soll ein Neubau in die Höhe wachsen - mit einem gänzlich anderem Konzept. Concierge Wohnen heißt das Zauberwort, mit dem P & P hier punkten will. Dahinter stehen 80 bis 90 kleinere Wohnungen, die speziell für pendelnde Geschäftsleute, aber auch für gut betuchte Studenten gedacht sind.

Laut Jürgen Eschbach leben etliche Akademiker nur unter der Woche in Fürth. Als Beispiel nennt er Mitarbeiter von Fraunhofer, die nicht selten nur für einen befristeten Forschungszeitraum an das Institut kommen. Und Rathauschef Jung fällt dazu prompt Ex-SpVgg-Trainer Benno Möhlmann ein, der während seiner Fürther Zeit stets in einem Hotel wohnte, da seine Familie eigentlich in Bremen zu Hause ist.

Menschen wie ihnen will P & P eine Alternative zum Hotel bieten: großzügige Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen. Zur gemeinschaftlichen Nutzung wird es eine Sauna- und Wellnesslandschaft geben, außerdem besteht die Möglichkeit, Kleidung reinigen und bügeln zu lassen. In einer »Business-Lounge» mit Fernseher können sich die Bewohner treffen, um zu plaudern. Und: Im Eingangsbereich wird ein Concierge an einer Rezeption sitzen, der den Bewohnern »wie in einem anspruchsvollen Hotel» Dienstleistungen vermittelt - vom Blumenservice bis zur Autopflege. »Das», sagt Eschbach, »gibt es in Fürth noch nicht.»

Dass dieses »unterentwickelte Eck der Südstadt», wie OB Jung es formuliert, derart aufgewertet wird, hätte vor ein paar Jahren noch niemand gedacht. Doch die Ausweisung zum Sanierungsgebiet scheint Wunder zu wirken (wir berichteten). Wer hier nun Wohnraum erwirbt, der in umgestaltetem altem Gemäuer entstanden ist, wird vom Gesetzgeber steuerlich begünstigt.

Rund um das City Central 3 tut sich daher noch mehr. Vis-à-vis wird eine hässliche Fassade aufgepeppt. Daneben hat ein Investor das frühere Kino Alhambra abgerissen und plant einen Neubau, und P & P verhandelt mit der evangelischen Kirche über den Kauf des Gemeindehauses von St. Paul, das die Kirche loswerden will. Der Oberbürgermeister frohlockt schon jetzt: »Das wird eine hochattraktive Gegend, die zeigt, dass auch die alte Südstadt ihre Qualitäten hat.» 

Johannes Alles

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