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Ausbildungswoche in Fürth gestartet

Minister rühmt duales System: „Wir wollen um die Besten konkurrieren“ - 21.02.2016 10:00 Uhr

„Eltern sollten sich nicht schon im Kreißsaal darüber Gedanken machen, auf welches Gymnasium ihr Kind einmal gehen wird“: Zum Start der bayernweiten Ausbildungswoche gab es einen Berufemarkt für die Jugendlichen.

„Eltern sollten sich nicht schon im Kreißsaal darüber Gedanken machen, auf welches Gymnasium ihr Kind einmal gehen wird“: Zum Start der bayernweiten Ausbildungswoche gab es einen Berufemarkt für die Jugendlichen. © Foto: Leberzammer


Lange Zeit haben Politik und Wirtschaft für einen höheren Akademikeranteil unter den Erwerbstätigen geworben. Mittlerweile gehen tatsächlich mehr junge Menschen an die Universitäten als in die duale Ausbildung. Die Folge: Nun fehlen qualifizierte Nachwuchskräfte in Handel, Handwerk und Industrie, ebenso bei Polizei und Behörden.

„Wir wollen um die Besten konkurrieren“, betonte denn auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Erst kürzlich hatte ja die Polizei im Freistaat, für die der Minister zuständig ist, eine Werbekampagne gestartet. Zur Eröffnung der Ausbildungswoche war er nun nach Fürth gekommen und pries die duale Ausbildung als Erfolgsgeheimnis des Handwerks und Mittelstands. Und sie eröffne eine Vielzahl an Karrierechancen.

Hutmacherin in Wien

Ein gutes Beispiel lieferte Tanja Raab. Die junge Frau hat einst in Fürth den Beruf der Maßschneiderin erlernt und hat sich – mittlerweile als Meisterin ihres Handwerks – in Wien als Damenschneiderin und Hutmacherin erfolgreich selbstständig gemacht. „Ich würde das genauso wieder machen“, betonte Raab, die mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft an der Diskussion teilnahm – im übrigen neben Handwerkskammer-Präsident Thomas Pirner als einzige Nicht-Akademikerin.

„Eltern sollten sich nicht schon im Kreißsaal darüber Gedanken machen, auf welches Gymnasium ihr Kind einmal gehen wird“, meinte Pirner etwas überspitzt. Es gelte, die Neigungen und Fähigkeiten der jungen Menschen besser herauszuarbeiten. Nicht für jeden sei ein Studium erste Wahl. Dabei sei das Handwerk gar nicht grundsätzlich gegen eine akademische Ausbildung. „Wir brauchen Ingenieure, Ärzte und Forscher“; so Pirner, „aber ebenso Auszubildende, die später als Fachleute diese Forschung in die Praxis umsetzen.“

Letztlich komme es nach dem ersten Karriereschritt immer auf die Persönlichkeit an, fand Dirk von Vopelius – egal ob nach einem Studium oder einer Ausbildung. „Lange war der politische Mainstream für einen höheren Akademisierungsgrad“, so Mittelfrankens IHK-Präsident, „dabei geht es nicht um Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-Als-Auch von beiden Ausbildungsarten.“

Informationen aus erster Hand

Einen Überblick über die verschiedenen Berufe lieferte der gleichzeitig stattfindende Berufemarkt. Dort informierten nicht nur Chef-Ausbilder über Ausbildungsinhalte und Karrieremöglichkeiten in ihren jeweiligen Unternehmen, sondern auch Auszubildende des aktuellen Jahrgangs. 

ARMIN LEBERZAMMER

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