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Braucht Cadolzburg drei Hotspots?

Gemeinderat ist sich noch nicht einig - 15.11.2017 06:00 Uhr

Sich mit dem Handy in Cadolzburg kostenlos ins Internet einzuloggen, das hätte was. Der Gemeinderat will aber erst einige Fragen abklären, von drei vorgeschlagenen Standorten ist einer ohnehin noch umstritten. © Foto: Hendrik Schmidt/dpa


Für maximal drei Orte kann Cadolzburg je 2500 Euro für die Einrichtung und den anfänglichen Betrieb neuer WLAN-Hotspots erhalten. Sobald die drahtlosen Internetzugangspunkte eingerichtet werden, könnte sich jedermann mit einem Endgerät in deren Nähe kostenlos mit dem World Wide Web verbinden.

Einigkeit herrschte im Marktgemeinderat, dass sowohl das Rathaus als auch das Pisendelhaus gute Standorte für je einen Hotspot darstellen. Lediglich der Verwaltungsvorschlag, auch am Brusela tätig zu werden, stieß auf Skepsis.

Es müsse erst noch geprüft werden, ob die Installation dem Denkmalschutz entspricht, sagte Marktbaumeister Herbert Bloß. Die SPD-Fraktion wurde mit dem Standort nicht recht glücklich, da er sich sehr nah am Pisendelhaus befinde.

Die laufenden Kosten müsste die Marktgemeinde, nachdem die Fördergelder ausgeschöpft wären, selbst berappen. Mit 2000 Euro im Jahr rechnet die Kämmerei für die Instandhaltung der Anlagen und für den Vertrag mit einem Netzanbieter. Eine genaue Preisliste wurde den Mitgliedern des Gemeinderats vorgelegt, aber nicht öffentlich gemacht.

Stefan Grünbaum (Grüne) äußerte Skepsis gegenüber der Investition. "Wer soll die Hotspots nutzen?", fragte er. Zugriff zum Internet erhielten mittlerweile die meisten Personen direkt von ihrem Handy aus über das Telefonnetz, meinte er. Zwar könnten große Datenmengen besser über die Hotspots abgerufen werden. Von der Straße aus lade man sich aber selten Videos herunter, so Grünbaum. "Wir kürzen bei den freiwilligen Leistungen für unsere Vereine und geben hier 2000 Euro im Jahr aus", kritisierte er. Sollten die Hotspots eingerichtet werden, favorisiere er eher den Bahnhof als Standort. Damit griff Grünbaum einen Vorschlag von SPD-Sprecher Johannes Strobl auf, der den Bahnhof ins Gespräch gebracht hatte.

Zweifel am Standort

Barbara Krämer (CSU/FWG) bezweifelte, dass am Bahnhof ein Hotspot der Gemeinde eingerichtet werden müsse, da hier die Deutsche Bahn ein eigenes Angebot zur Verfügung stelle. Im Gemeinderat konnte jedoch nicht geklärt werden, ob das Angebot der Bahn ausreicht. Die Verwaltung wurde deshalb damit beauftragt, diese Frage gemeinsam mit dem Denkmalschutz am Brusela zu klären.

Der Gemeinderat wird über die Investition und die Standorte in einer seiner kommenden Sitzungen debattieren. Dann wird auch diskutiert werden, ob überhaupt drei WLAN-Hotspots gebraucht werden, oder ob die Gemeinde ganz darauf verzichtet, um die Folgekosten einzusparen.

Die Fördergelder der Europäischen Union sind Teil des im September beschlossenen 120-Millionen-Euro-Pakets WiFi4EU. Bewerben können sich öffentliche Stellen in kleinen Städten und Dörfern nach dem Windhundverfahren: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Gemeinde muss sicherstellen, dass die Internet-Hotspots in Zentren des öffentlichen Lebens installiert werden und mindestens drei Jahre lang in Betrieb bleiben. Das Bewerbungsverfahren soll relativ unbürokratisch ablaufen und Ende 2017/Anfang 2018 beginnen. Danach sollen bald Gutscheine ausgegeben werden, die man wiederum für Fördergelder einlösen kann. 

MARTIN KYPTA

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