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Dienstag, 13.11.2018

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Cadolzburg: Historisches Museum öffnet seine Pforten

Der neue, mit viel Engagement vorbereitete Kulturort geht am nächsten Mittwoch an den Start - 02.03.2017 16:00 Uhr

© Das Historische Museum im Blick von der Vorburg. Foto: privat


Sie können eintauchen in die Cadolzburger Geschichte — das verspricht das neue Museum seinen Besuchern. Im Gegensatz zum großen Burgerlebnismuseum, das am 23. Juni öffnet und das Leben auf einer Burg von der Vergangenheit in die Gegenwart holen will, dreht sich in dem kleineren Museum alles um lokale Geschichte.

Drei Schwerpunkte hat die Kunsthistorikerin Edith von Weitzel-Mudersbach, die im Auftrag der Gemeinde die Ausstellung gestaltete, dazu ausgewählt: Johann Georg Pisendel, in Cadolzburg geborener Komponist und Violinist des Spätbarock. Als größter Sohn Cadolzburgs bekommt er seine eigenen Räumlichkeiten.

Zweites Thema ist die Ortshistorie von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Hier entspricht die Ausstellung am ehesten den Vorstellungen eines traditionellen Heimatmuseums.

Wirkliche Besonderheit ist, dass das Gebäude selbst zum Ausstellungsexponat geworden ist. Das alte Rathaus, mal Rangauhaus, mal Pisendelhaus genannt und jetzt Historisches Museum, hat seine Ursprünge im Jahr 1543. Noch existieren viele bauliche Besonderheiten aus dem Mittelalter. Kleine Zeitfenster machen sie für die Besucher sichtbar: Farbanstrich aus den vergangenen Jahrhunderten oder uralte Balken sind zu sehen, vergessene Handwerkstechniken werden erklärt.

Nachbarschaftlich verbunden

Benachbart und inzwischen verbunden ist das Museum mit dem Püttrichhaus, dort ist das Schaudepot eingerichtet. Normalerweise bleiben Depots den Museumsbesuchern verschlossen, in diesem Fall aber ist dort alles verstaut, was nicht zu den drei Themenbereichen passt: altes Handwerkszeug oder Küchengerät.

Gute acht Jahre vergingen, über 2,1 Millionen Euro mussten aufgebracht werden, um aus den wertvollen historischen Gebäuden ein modernes Museum mit drei Abteilungen und Platz für Sonderausstellungen und Veranstaltungen zu machen.

In einem ersten Bauabschnitt verband der moderne Zwischentrakt die beiden alten Gebäude. Erst danach ging es an die Sanierung des Pisendelhauses, das teils aus Sandsteinquadern gemauert ist, teils sichtbares Fachwerk hat. Abschnitt drei war zugleich der letzte und widmete sich der Sanierung des Püttrichhauses und verwandelte es in ein Schaudepot.

Bauarbeiten an historischen Gebäuden sind keine Neubauten. Überraschungen blieben auch in Cadolzburg nicht aus. Immer neue Einzelentscheidungen über Putz, Stuckprofile oder Farbe mussten gefällt werden. Wie die Verwaltung des Marktes anmerkt: "Von Beginn der Planung im Jahr 2008 bis zur Fertigstellung mussten mit drei verschiedenen Museumsbeauftragten Konzepte erstellt und baulich umgesetzt werden." Hinzu kam eine Zwangspause, wegen der finanziellen Schieflage der Marktgemeinde, die rund ein dreiviertel Jahr dauerte. Dank der großen Anstrengungen und eines knallharten Endspurtes hat der Markt nun sein eigenes Museum.

Die Finanzierung musste die Kommune zu 47 Prozent selbst tragen. Die größten Förderbeiträge kamen aus dem Städtebauprogramm (fast eine Million Euro) und von der Landesstelle für nicht-staatliche Museen (118 000 Euro), aber auch eine Spende des Heimatvereins über 30 000 Euro trug zum Erfolg bei.

Auch wenn die Marktgemeinde ihr selbst gestecktes Ziel erreicht hat, noch vor dem Burgerlebnismuseum die Pforten aufzusperren, die Eröffnung wurde zur Hängepartie. Immer wieder musste der Termin verschoben werden. Viele Kleinigkeiten verzögerten sich, wie der Bau der Vitrinen, die Ausleihe von Exponaten oder die detailgenaue Recherche von historischen Fakten.

Konzeptgeberin Edith von Weitzel-Mudersbach arbeitet bis zur letzten Sekunde unter Hochdruck an der Einrichtung und Beschriftung. Eines nämlich galt es laut "Auftraggeber" Bürgermeister Bernd Obst auf jeden Fall zu vermeiden: "Wir wollten der Öffentlichkeit kein halbfertiges Museum präsentieren." "In Zukunft möchten wir vor allem Schulklassen ansprechen", sagt Obst, außerdem hofft er auf Sonderveranstaltungen im Museum. Eine davon wird schon vor der offiziellen Eröffnung stattfinden. Die im Steiner Frauenwerk konzeptionierte Ausstellung über Frauen der Reformation (wir berichteten) macht in Cadolzburg Station. Sie ist ab Samstag, 1., bis Montag, 17. April, von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Historisches Museum Cadolzburg, Pisendelplatz, Öffnungszeiten ab 6. April, Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 17 Uhr  

BEATE DIETZ

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