Donnerstag, 14.12. - 14:10 Uhr

|

Christbaum aus Bio-Anbau gibt's auch im Landkreis

Obermichelbach: Besuch auf der Weihnachts-Plantage - 10.12.2016 10:00 Uhr

Saftig grün, herrlich duftend und gerade im Wuchs — so muss der ideale Weihnachtsbaum aussehen. Es gibt ihn auch direkt vor der Haustür, wovon sich die Initiative „Gutes aus dem Fürther Land“ überzeugt hat. © Foto: Armin Leberzammer


„Ein tolles Erlebnis für die ganze Familie“, verspricht Gartenreich-Chef Claus Philipp. Mit den Kindern einen ganz besonderen Ausflug machen, Glühwein und Punsch genießen und schließlich den schönsten Baum auswählen – das alles ist auf der Plantage nahe der Obermichelbacher Waldsportanlage möglich.

Die Idee, biozertifizierte Christbäume zu züchten, kam dem jungen Gartenbau-Ingenieur bereits während seines Studiums. Und so traf es sich gut, dass es nahe seines Heimatorts Obermichelbach — die Gärtnerei selbst befindet sich in Oberrieden (Kreis Nürnberger Land) — ein Ackergrundstück gab, für das sich kaum ein Landwirt interessierte.

Zu schattig für Ackerbau

Wegen des umliegenden Waldes ist es sehr schattig und für gewöhnlichen Ackerbau eher ungeeignet. Vor zehn Jahren begannen Claus Philipp und seine Frau Birgit damit, erste Setzlinge auf dem etwa 3500 Quadratmeter großen Gelände zu pflanzen.

„Mittlerweile hat sich ein richtiger Waldboden entwickelt“, berichtet er. Die erste Ernte haben sie vor zwei Jahren eingefahren. Ob Nordmann- oder Koreatanne, Blau- oder Omorikafichte, die Philipps haben für fast jeden Wunsch den passenden Baum. Und das ganze ohne Pestizide, Kunstdünger, Wachstumshormone oder Konservierungsstoffe. „Wir wollen auf Nachhaltigkeit setzen, nicht auf den schnellen Profit.“ Auf diese Weise bekommen die Kunden ein Naturprodukt, das keine Konservierungsstoffe ausdünstet und nicht über hunderte Kilometer zu den Supermarktparkplätzen im ganzen Land gefahren werden muss.

„Mit einem vor Ort gekauften Baum werden klimaschädliche Ferntransporte vermieden. Regional ist also erste Wahl“, findet auch Landrat Matthias Dießl, der den Christbaumwald gemeinsam mit Mitgliedern der Regionalinitiative „Gutes aus dem Fürther Land“ vor kurzem besichtigt hat.

Verkaufsstellen in Stadt und Land

Statt also zusätzlich Kohlendioxid und Abgase als Passagier eines Lastwagens zu produzieren, entzieht laut Claus Philipp eine ein Hektar große Fläche Christbäume in zehn Wachstumsjahren ihrer Umwelt gut 100 Tonnen CO2 und gibt selbst fast genauso viel an Sauerstoff ab. Außerdem bleibt praktisch kein Ausschuss über. „Wir schlagen genauso viel, wie wir verkaufen können“, betont Philipp. Die Kosten liegen bei 20 Euro pro laufenden Meter.

Selbst gesägt

An den beiden kommenden Wochenenden und vom 19. bis 23. Dezember kann man sich jeweils ab 10 Uhr seinen Christbaum aussuchen — falls nötig, helfen die Philipps natürlich beim Sägen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einen individuellen Termin unter (09 11)76 54 19 zu vereinbaren. 

Armin Leberzammer

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Obermichelbach