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Comödie setzt "Macho Man" ab

Martin Rassaus Solo floppte - "Fleischsalat" bis Sonntag - 24.04.2012 14:10 Uhr

Die FN-Kritik war wohlwollend und positiv. Eingefleischte Rassau-Fans jedoch fremdelten erheblich mit dem „Macho Man“. In der Bühnenversion des Comedy-Romans von Moritz Netenjakob schlüpft der Comödien-Chef kurzerhand selbst in sämtliche Rollen, erntete dafür jedoch offenbar Stirnrunzeln statt Lachanfälle. Premiere war am 17. April — nach einem Testlauf in Rohr bei Schwabach.

"Zur falschen Zeit am falschen Sendeort": Martin Rassaus Fans waren mit "Macho Man" nicht glücklich.

"Zur falschen Zeit am falschen Sendeort": Martin Rassaus Fans waren mit "Macho Man" nicht glücklich. © Martin Bartmann


Er sei sich, so Rassau in seiner Reaktion auf den Flop, vorgekommen wie die jüngst gescheiterten TV-Spaßmacher Thomas Gottschalk und Harald Schmidt: „zur falschen Zeit am falschen Sendeort“. Man handelte rasch: Bereits am vergangenen Wochenende wurde „Macho Man“ durch „Das Leben ist kein Fleischsalat“ ersetzt, eine Lesung mit Auszügen aus dem von Rassau verfassten Waltraud-und-Mariechen-Taschenbuch. Bis Sonntag serviert Rassau nun auf dem „Macho Man“-Programmplatz den Salat anstelle des neuen Solos.

„Programmänderung aus dramaturgischen Gründen“, heißt es dazu lapidar seitens der Comödie, die die „Macho Man“-Plakate rasch mit der „Fleischsalat“-Ankündigung überkleben ließ. So rasch, dass sich manche Zuschauer überrumpelt fühlten. „Wir sind empört“, heißt es in einem Schreiben, das den FN vorliegt. „Dafür hatten wir nicht die Karten gekauft!“ Rassau habe am Sonntagnachmittag zu Beginn das Publikum mit Sprüchen zum Aufstieg der SpVgg und zum neuen Fürth-Gefühl aufgewärmt; als dann jedoch alle auf „Macho Man“ warteten, sei der „Fleischsalat“ ins Spiel gekommen. Ohne Ansage. „Kein Hinweis beim Einlass“, berichtet die Leserin, „keine Aufklärung durch Martin Rassau bei Beginn der Vorstellung“.

Rassau selbst hat sich inzwischen bei der Dame entschuldigt und eine kleine „Macho Man“-Aufführung im Salon der Comödie — der kleinere, punktuell für Kleinkunst genutzte Saal — in Aussicht gestellt.

Die Comödie, so Direktorin Eva Brütting gestern auf Anfrage, bedauere die Enttäuschung der Leserin. „Wir hielten diese Programmänderung aufgrund der Zuschauererwartung an ein Solo-Programm mit Herrn Rassau für notwendig. Die Zufriedenheit unseres Publikums steht für uns als Privattheater immer an erster Stelle.“ Wann und ob „Macho Man“ in überarbeitetem Gewand nochmals auf die Comödien-Bretter kommt, ist derzeit ungewiss. 

MATTHIAS BOLL

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