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Containerdorf auf dem Fontänenbrunnen

Mehr Details rund um die Arbeiten am Einkaufsschwerpunkt — Die Freiheit wird offenbar nicht beeinträchtigt - 08.02.2013 22:00 Uhr

Auf die Sommerfrische in der Konrad-Adenauer-Anlage müssen die Fürther während der Bauzeit wohl verzichten. Hier soll ein Containerdorf für die Handwerker entstehen. Der Hallplatz ist für MIB keine Alternative. © Hans Winckler


Wer das Fürth Festival genießt, die Kärwa liebt oder Gefallen am New Orleans Festival findet, der kann aufatmen. Nach aktuellem Stand der Planungen soll die Fürther Freiheit, Schauplatz etlicher Veranstaltungen, nicht für die Bauarbeiten am Einkaufsschwerpunkt in Beschlag genommen werden. Sie wird also nicht als Abstellfläche für Baufahrzeuge, Material oder ein Containerlager benötigt.

Wie in der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses zur Sprache kam, gibt es eine andere Lösung: Für die sogenannte Baustelleneinrichtung soll ein Streifen der Breitscheidstraße entlang der Konrad-Adenauer-Anlage dienen; der dortige Gehweg bleibt frei. Und: Ende September wird die Fläche zwischenzeitlich geräumt, um den Kirchweihbetrieb nicht zu stören. Als Stellplatz für das Containerdorf, das unter anderem Aufenthaltsräume für die Bauarbeiter bietet, wünscht sich der Investor MIB nun tatsächlich den Fontänenbrunnen in der Adenaueranlage, der folglich vorübergehend überbaut wird.

„Das tut uns ein bisschen weh, aber es gibt kaum Alternativen“, sagte Baureferent Joachim Krauße. Die Stadtverwaltung habe MIB – wie es die Fürther Grünen gefordert hatten – den Hallplatz als Standort für das Containerdorf angedient — ohne Erfolg. Krauße versicherte zum wiederholten Mal, dass in der Grünanlage weder Platz für Fahrzeuge noch für schweres Gerät sei, lediglich für die Container. Die große Frage sei nun, wie man diese per Kran von der Friedrichstraße aus in die Anlage hieven kann, ohne Schäden an den alten Bäume anzurichten, die etwa die Grünen und der Bund Naturschutz fürchten.

Nach den Worten des Baureferenten wird die Stadt ein Gutachten in Auftrag geben, das den Zustand und den Wert der Bäume feststellt, um den Investor für eventuelle Schäden haftbar machen zu können. Während Harald Riedel für die Grünen die Pläne wiederholt kritisierte, signalisierte Sepp Körbl die Zustimmung seiner SPD-Fraktion: Das Containerdorf auf dem Brunnen hält er für „durchaus vertretbar“, die Menschen in der Stadt kämen für eine gewisse Zeit auch ohne das Wasserspiel aus.

Maik Mehlhose, technischer Leiter bei MIB, bestätigte gegenüber den FN, dass er den Fontänenbrunnen als bestmöglichen Standort für die Container sieht. Weil die dazu gehörigen WC- und Waschräume für die Arbeiter schnell erreichbar sein müssten, komme der Hallplatz nicht in Betracht, und die Freiheit wolle man nicht belegen, um das „öffentliche Leben“ während des Baus „nicht allzu sehr zu stören“.

Apropos: Laut Mehlhose müssen nach den Faschingsferien am Montag, 18. Februar, vor den Häusern Breitscheidstraße 4 und 6 Bauzäune und Schuttcontainer aufgestellt werden, weil in beiden Gebäuden „Entrümpelungsarbeiten“ beginnen. Noch beengter wird es zugehen, wenn Anfang April der Startschuss für die Abbrucharbeiten auf dem Wölfelareal fällt. Zwar wird die Breitscheidstraße zwischen Hall- und Friedrichstraße befahrbar bleiben, doch Mehlhose zufolge stehen dann die Parkbuchten nicht mehr zur Verfügung.

Fest steht außerdem: Vermutlich ab dem Sommer werden keine Busse mehr in der Breitscheid- und der Friedrichstraße fahren. Die betroffenen Linien müssen für die gut zweijährige Bauzeit ausweichen: vom Rathaus kommend über die Schickedanzstraße Richtung Bahnhof und von dort – ähnlich wie zu Kirchweihzeiten – über die Hirschenstraße in Richtung Rathaus. Krauße zufolge wird die Stadt die Ampelschaltungen prüfen, um einen Rückstau in der Brandenburger Straße zu vermeiden.

Zudem möchte der Baureferent eine Totalsperrung der Friedrichstraße verhindern, wie sie MIB zunächst während der Abbrucharbeiten am Park-Hotel für notwendig hielt. Weil sie aber als Verkehrsader zu wichtig sei, soll mindestens eine Spur geöffnet bleiben — falls es die Sicherheit erfordert auch provisorisch überdacht. 

Johannes Alles

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