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Samstag, 22.09.2018

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Denkmaltag: Kleinode entlang des Jakobswegs

Am Sonntag gibt es Einblicke hinter meist verschlossene Türen - 05.09.2018 11:07 Uhr

Wer das Wohnstallhaus mit dem beeindruckenden Sichtfachwerk im Großhabersdorfer Ortsteil Wendsdorf einmal von innen sehen will, hat dazu am Tag des offenen Denkmals Gelegenheit. Hans-Joachim Winckler © Foto:


Rund 3,5 Millionen Menschen haben sich vergangenes Jahr bundesweit auf Spurensuche begeben; zur Premiere des Denkmaltags, der seinen Ursprung in Frankreich hat, waren es noch etwa zwei Millionen gewesen.

Auch diesmal können Besucher Neues und Spannendes entdecken, das sich sonst hinter Toren, Türen oder Pforten versteckt. Fürth widmet sich unter dem vorgegebenen Thema den Hohlräumen und der Wasserbaukunst der Stadt. Im Mittelpunkt stehen die Teichanlagen an der Geißäckerstraße und der Burgfarrnbacher Schlosspark sowie die Keller, Schichtwasserbrunnen und die Mikwe des Jüdischen Museums Franken.

Bernhard Häck vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege lenkt die Aufmerksamkeit der Teilnehmer am Sonntag auf den Untergrund. Dort findet sich oft kostbares Grundwasser, das der Mensch seit jeher nutzt. Um 10 und um 12 Uhr steht in diesem Zusammenhang eine kleine Exkursion in Burgfarrnbach an. Sie beginnt östlich der Bahngleise an der Geißäckerstraße, wo Teichanlagen zu besichtigen sind.

Auf dem Jakobsweg

Gespeist werden sie seit dem 16. oder 17. Jahrhundert von der sogenannten Martinsquelle, die im 18. Jahrhundert auch die einst bekannte Burgfarrnbacher Brauerei mit Wasser versorgte. Auf der Tour geht es weiter entlang einer Stollenanlage und zu einem erst kürzlich entdeckten barocken Brückenkopf. Früher verband die Brücke über den Farrnbach den Schlosspark mit der Siedlung. Durch die Schlossparkanlage führt im Anschluss Ingrid Baier vom Stadtarchiv.

Mit der Mikwe im Jüdischen Museum Franken (Königstraße 89) befasst sich ein Rundgang, der jeweils um 14, 15.30 und um 17 Uhr beginnt. Erst vor kurzem konnten das rituelle Reinigungsbad sowie die Kelleranlagen und die Schichtwasserbrunnen weiter untersucht werden. Bernhard Häck wird auch diese Führung leiten und neue Erkenntnisse zu Baugeschichte und Wassernutzung erörtern. Der Eintritt ins Museum ist am Tag des offenen Denkmals zwischen 10 und 17 Uhr frei.

Auch im Landkreis gibt es einiges zu entdecken. Die drei ausgewählten Objekte liegen, passend zum diesjährigen Motto, am Jakobsweg, der Franken mit anderen Ländern verbindet. Besonders interessant dürfte ein ehemaliges Wohnstallhaus im Großhabersdorfer Ortsteil Wendsdorf (Hausnummer 18) sein, das normalerweise verschlossen ist. Das Satteldachhaus, dessen Kern aus dem Jahr 1801 stammt, stand lange leer. Eine Familie hat es 2016 gekauft und will das Gebäude mit Sichtfachwerk in den kommenden Jahren komplett instand setzen. Besuchen kann man es, nach der offiziellen Eröffnung des Denkmaltags durch Landrat Matthias Dießl (11.30 Uhr), bis 17 Uhr.

Auch zwei Kirchen entlang des Jakobswegs sind zugänglich. In der St- Jakobus-Kirche im Roßtaler Ortsteil Buttendorf (Hügelstraße 2) gab es früher das sogenannte "Altarbenefizium", also einen Gottesdienst in den frühen Morgenstunden. Heute findet in der Kirche, die 1414 erstmals urkundlich erwähnt wurde, nur noch einmal im Monat ein Gottesdienst statt. Geöffnet ist am Sonntag von 8 bis 18 Uhr.

Ebenfalls dem heiligen Jakob geweiht ist die Kirche in Oberweihersbuch (Pfarrweg 2). Sie feiert heuer ihren 90. Geburtstag, ist also der Jüngste der teilnehmenden Bauten. Interessant dürften hier vor allem die umfangreichen Renovierungsarbeiten der vergangenen Jahre sein. Einen Einblick in das Gotteshaus bekommt man von 11 bis 17 Uhr.

Bilderstrecke zum Thema

Tag des offenen Denkmals in Fürth, Stein und Cadolzburg

Auch in Fürth, Stein und Cadolzburg waren vielen Menschen unterwegs, um Einblicke hinter sonst verperrte Türen zu erhaschen. Besonders im Hochbunker auf der Kronacher Straße in Fürth herrschte großer Andrang.


 

Gwendolyn Kuhn

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