Freitag, 15.02.2019

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Der Anbau im Diskurs

Fachleute zur Erweiterung des Jüdischen Museums - 12.08.2008

In seiner letzten Sitzung am 1. August hat der wissenschaftliche Beirat des Jüdischen Museums Franken die Entscheidung der Auswahljury für den Erweiterungs- bzw. Neubauentwurf des Jüdischen Museums Franken in Fürth einstimmig begrüßt. Der Entwurf der Architekten Gatz, Manz und Kuntz aus Bamberg und Würzburg besticht nach den Worten der Beiratsvorsitzenden und Kulturreferentin des Bezirks Mittelfranken, Andrea Kluxen, durch hohe Funktionalität, ein überzeugendes Raumprogramm mit hoher räumlicher Qualität und durch städtebauliche Sensibilität.

Kluxen: «Die überlegte Raumstruktur wie auch die Lichtführung werden den Anforderungen an Wechselausstellungsbereich, Büro- und Veranstaltungsräume, Bibliothek und Leseraum sowie ein Learning-Center äußerst gerecht und werden sicher zu einer Aufwertung des Jüdischen Museums Franken beitragen.»

Darüber hinaus integriere sich der Neubau hervorragend in den historischen Stadtgrundriss, indem er Gebäudefluchten, Traufhöhen und Gebäuderhythmen aufnimmt sowie mit der Natursteinfassade Materialkorrespondenzen herstellt. Dies führt auch zu einer Aufwertung des Altbaus, der selbst ein Ausstellungsstück ist. Der Wissenschaftliche Beirat des Jüdischen Museums Franken sieht, so Kluxen, diese in Deutschland herausragende Institution auf einem guten und zukunftsträchtigen Weg.

Weniger überzeugt der Vorschlag Stadtheimatpfleger Alexander Mayer. «Ein Würfel ist gefallen», kommentiert er das Wettbewerbsergebnis: «Als ich zur Präsentation des Architektenwettbewerbs gefahren bin, dachte ich mir, was wird den Architekten des 21. Jahrhunderts wohl dazu eingefallen sein? Bestimmt ein Würfel. Und was war das Ergebnis? Ein Würfel».

Wenigstens zurückhaltend

Immerhin hält Mayer den Preisträgern zugute, dass der prämierte Entwurf von den eingereichten Vorschlägen noch die größte Zurückhaltung an den Tag legt. Das bezieht sich auf die Dimension, die sich dem Museumsaltbau in der Königstraße 89 unterordnet ebenso wie auf den Abstand, der zur Trennung der völlig unterschiedlichen Baukörper eingehalten wird.

Außerdem begrüßt der Stadtheimatpfleger, dass die Neubaufassade als Referenz an das historische Umfeld mit Sandstein verkleidet werden soll. Mayer hatte zuletzt mit seiner Kritik am modernen Neubau für die Lebenshilfe-Verwaltung hinter dem Rathaus eine Diskussion angestoßen. di 

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