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Der Ruf nach dem Sozialticket wird lauter

Kämpfer für verbilligte VGN–Karten übergaben 10000 Unterschriften an den Fürther OB - 01.10.2009

Warten auf den OB: Mit gelben T-Shirts und gelbem Transparent postierten sich Vertreter des Fürther Sozialforums vor der Stadtratssitzung am Eingang des Saals. © Ralf Rödel


Gesammelt hat sie das Fürther Sozialforum, ein Zusammenschluss verschiedener Sozialverbände, von Kirchen und Gewerkschaften. Seit einigen Wochen arbeitet das örtliche Forum in einem regionalen «Bündnis Sozialticket« mit. Darin haben sich Gruppen aus Nürnberg, Fürth und Erlangen zusammengeschlossen, um gemeinsam für das Sozialticket in der Region zu kämpfen.

Für 11,23 Euro monatlich, so die Forderung sollen ärmere Mitbürger, wie Studenten, alte Menschen mit geringer Rente, Flüchtlinge, Sozialhilfe- und vor allem Hartz-IV-Empfänger, eine spezielle Monatskarte kaufen können. Der Betrag kommt nicht von ungefähr: Bei der Festlegung des Regelsatzes für Empfänger von Arbeitslosengeld II wurde er als Posten für «fremde Verkehrsdienstleistungen« zugrunde gelegt.

Eine der Aktivitäten, mit denen das Thema Sozialticket in die Öffentlichkeit getragen werden soll, ist die Sammlung von Unterschriften. Auf gute Resonanz, so die Organisatoren, sei man dabei auch bei Menschen gestoßen, die beileibe nicht auf verbilligte Fahrscheine angewiesen sind. So hätten auch viele Besucher des Fürther Sommernachtsballs im Stadtpark unterzeichnet.

Die Forderung nach einem Sozialticket - allerdings zum Preis von 18,10 Euro - wurde und wird von der Stadt zwar unterstützt; Voraussetzung sei jedoch, dass die Regelung in allen Gremien des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) durchsetzbar ist. «Eine Insellösung für Fürth« komme nicht in Frage, betonte Oberbürgermeister Thomas Jung bei der Unterschriften-Übergabe, Forums-Sprecher Stephan Stadlbauer sieht das ebenso. Man erwarte nun aber von der Stadt Fürth, dass sie sich für das Sozialticket in den VGN-Gremien «engagierter als bisher« stark macht. Die Wirtschaftskrise könne kein Grund sein, um untätig zu bleiben. Den Betroffenen fehle immer mehr das Verständnis dafür, dass Milliarden Euro für die Rettung der Banken ausgegeben werden, für sie hingegen kein Geld da sein soll.

Zudem halte sich der Einnahmeausfall durch ein Sonderticket angesichts der geringen Einkünfte der Betroffenen in Grenzen. Denn sie könnten sich mit der Einführung eines Sozialtickets überhaupt erst «den Luxus einer Benutzung von Bussen und U-Bahn leisten«, argumentieren die Sozialforen.

Am 10. Oktober wollen sie ihre Forderung mit einer Demonstration unter dem Motto «Mobilität für alle, Sozialticket jetzt!« untermauern. Auftakt wird in Nürnberg und Erlangen sein, gemeinsamer Abschluss in Fürth. 

Wolfgang Händel

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