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Die Reste der Bibertbahn verschwinden

Fürther Kreistag will auch den stählernen Oberbau der Rednitzbrücke demontieren lassen - 17.10.2013 11:00 Uhr

Von der stählernen Bibertbahnbrücke über die Rednitz sollen nur noch die Pfeiler stehen bleiben. Züge fahren über das Bauwerk an der Grenze von Fürth und Oberasbach schon lange nicht mehr. © Hans-Joachim Winckler


Auf Landkreisgebiet liegen nicht nur die Gleisreste der Bibertbahn, sondern hier stehen auch zwei Brücken: die stählerne Rednitzbrücke aus dem Jahr 1914 und die Spannbetonbrücke über die Kreisstraße FÜ6, die 1983 gebaut wurde. Das untersuchende Ingenieurbüro geht bei beiden Bauten von einer Lebensdauer von 70 bis 80 Jahren für den Oberbau und 110 Jahren für die Pfeiler aus. Da jedoch beide Bauwerke nicht belastet werden, sei die Standsicherheit gewährleistet, meinen die Fachleute.

Von den Bahnübergängen und den Schienen ist vieles bereits entfernt. Es existieren aber noch Schienenstränge und acht Übergänge, teils sind es kurze Fuß- oder Privatwege.

Für die gesamte Strecke und alle Anlagen hat der Landkreis als Eigentümer der Anlage die Verkehrssicherungspflicht. Er muss unerlaubtes Betreten der Brücken verhindern oder haftet, falls Bauteile herabfallen.

Die Experten stellten nun zwei Möglichkeiten zur Wahl. Bleibt der aktuelle Zustand, dann kostet die Sicherung einmalig etwa 12650 Euro, außerdem werden alle drei Jahre jeweils 6000 Euro für die Begutachtung der Brücken fällig.

Im Fall eines Rückbaus wird es teurer: Bis zu einer Million Euro könnte es kosten, wenn beide Brücken komplett abgerissen werden. Die Demontage der Gleise hingegen bringt sogar Geld in die Kasse. Bis zu 45000 Euro werden geschätzt, abhängig von den aktuellen Marktpreisen für Altmetall. Sollte nur die obere Stahlkonstruktion der Rednitzbrücke abgebaut werden, dann liegen die Kosten abzüglich des Erlöses, der für die Tonne Schrott zu erwarten ist, zwischen 37000 und 153000 Euro.

Was mit der Strecke geschieht, ist völlig offen. Denn noch ist sie für den Bahnverkehr reserviert — „gewidmet“– wie es im Fachjargon heißt. Gemäß einem Beschluss des Kreistages soll dies auch so bleiben.

Der Gutachter empfahl, die Brücken stehen zu lassen, jedoch die Gleisanlagen abzureißen. Mit dem Erlös könnte die Sicherung der Brücken über einige Jahre bestritten werden. Die Verwaltung aber geht nun darüber hinaus, denn rein rechnerisch hat die Rednitzbrücke ihre Lebensdauer schon 1994 überschritten. Ihr Aufbau soll ebenfalls abgerissen werden. Die Mehrheit des Kreistages votierte dafür. Die entsprechenden Haushaltsmittel sollen 2014 eingestellt werden.
  

Beate Dietz

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