Mittwoch, 12.12.2018

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Fürth bekommt den ersten Energiewald

Pappelplantage soll Brennstoff für Hackschnitzelheizungen liefern - 15.05.2018 09:00 Uhr

Auf eineinhalb Hektar neben der Regelsbacher Brücke wurden am 2. Mai 8500 Reiser maschinell eingesetzt. OB Thomas Jung und Stadtförster Martin Straußberger pflanzten nun die Letzten von Hand. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Das Projekt treibt Stadtförster Martin Straußberger bereits seit über fünf Jahren um. Und noch einmal sechs Jahre wird es dauern, bis die 8500 Pappelreiser hoch genug gewachsen sind, um erstmals kurz über dem Boden abgeschnitten und gehäckselt werden zu können. Während die Hackschnitzel in der Heizzentrale für die neue Hauptfeuerwache und das Julius-Hirsch-Sportzentrum am Schießanger verfeuert werden, treiben die Baumstümpfe wieder aus. Solche Energieplantagen haben sich andernorts – auch im Landkreis – längst etabliert. In Fürth verhinderte der Pachtvertrag für die städtische Anbaufläche eine frühere Realisierung. Das 200. Jubiläum der kommunalen Eigenständigkeit war heuer ein willkommener Anlass, das Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Das Areal, das an den Wanderweg zum Felsenkeller in Verlängerung der Sperberstraße grenzt, bietet noch genug Platz, um auf einem weiteren Hektar voraussichtlich im Herbst rund 7000 Stecklinge für einen Mischwaldsaum einzupflanzen. Eine klimastabile Mischung mit Eiche, Esskastanie und Spitzahorn schwebt Straußberger vor. Damit sie sich im Kampf ums Licht gegenseitig zum Höhenwachstum anstacheln, müssen die Bäume dichter gepflanzt werden als der Energiewald. Dessen Stammreihen weisen für die Erntemaschine einen Abstand von zwei Meter auf.

Weil die Stadt keine entsprechenden Geräte hat, wurde eine Fachfirma mit der Anlage der Plantage beauftragt. Auch die Ernte muss Straußberger zufolge an ein Unternehmen vergeben werden. Eine Hecke soll den Energiewald im Norden und Osten einfassen. Der neue Mischwald daneben war ursprünglich als ökologische Ausgleichsfläche für das umstrittenene Neubaugebiet Oberfürberg Nord gedacht. Nach dem Scheitern der kommunalen Siedlungspläne dient er, so Straußberger, als Ausgleich für Eingriffe in die Natur an anderen Stellen. Oberbürgermeister Thomas Jung kommt die Aufforstung im Jubiläumsjahr gerade recht, um Fürths grüne Qualitäten herauszustellen. Schon zur Tausendjahrfeier der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt 2007 gehörten umfangreiche Pflanzaktionen zum offiziellen Festprogramm.  

Volker Dittmar

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