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Fürther CSU sehnt sich nach mehr Harmonie

Michael Au wurde zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt und fordert von seinen Parteifreunden Teamgeist - 09.05.2011 16:00 Uhr

Gratulation für den neuen Vorsitzenden: Gerhard Fuchs, Michael Au, Markus Söder und Christian Schmidt (von links nach rechts). © Thomas Scherer


Das ist eine diffizile Aufgabe, denn noch immer lastet die verheerende Niederlage bei der Kommunalwahl im März 2008 schwer auf den Schultern der Konservativen in Fürth. Gerade einmal 26 Prozent der Stimmen erhielt die CSU damals, noch schlimmer erwischte es ihre OB-Kandidatin Birgit Bayer-Tersch, die nur 15 Prozent einfahren konnte. Im Stadtrat war die Partei seither nur noch mit 13 Köpfen vertreten, zu allem Überfluss wurde die Fraktion nach internen Turbulenzen und dem folgenden Austritt des streitbaren Siegfried Tiefel weiter dezimiert.

Die Nachbeben des desaströsen Scheiterns erreichten schließlich auch die Spitze des CSU-Kreisverbands. Der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Christian Schmidt verzichtete nach zehn Jahren als Fürther Vorsitzender im April 2009 auf das Amt, sein Stellvertreter Gerhard Fuchs wurde zum Nachfolger gewählt. Fuchs wiederum musste sich nun, eher widerstrebend, zurückziehen, weil der 58-Jährige seit Jahresbeginn örtlicher Geschäftsführer der IHK ist – eine Position, die Neutralität erfordert und schwerlich mit lokalpolitischen Scharmützeln in Einklang zu bringen ist.

Deshalb war eine weitere Neubesetzung unausweichlich — und schon vor der Versammlung in Sack hatte man sich im derzeit 372 Mitglieder starken Kreisverband auf Michael Au verständigt. Eine Kampfabstimmung wie vor zwei Jahren, als sich Fuchs gegen die Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger durchsetzen musste, ersparten sich die Christsozialen diesmal.

Harmonie erwünscht

Man kann dies als Ausdruck eines neu erwachten Bedürfnisses nach mehr Harmonie verstehen, die nach manchem Grabenkampf einkehren soll. Der CSU-Bezirksvorsitzende und bayerische Umweltminister Markus Söder, Gast und Wahlleiter bei der Fürther Versammlung, wie auch der scheidende Gerhard Fuchs und sein Nachfolger Michael Au mahnten nicht von ungefähr Geschlossenheit und Zusammenhalt an. „Wir können in Fürth nur als Team bestehen“, meint Au. Beherzige man dies, werde man bei der nächsten Kommunalwahl 2014 wieder in die Erfolgsspur finden.

Jeden Verdacht, er sei mangels Alternativen lediglich ein Verlegenheitskandidat, wies Au, bisher außerhalb der CSU kaum in Erscheinung getreten und wenig bekannt, im Gespräch mit den FN weit von sich. Das Ergebnis seiner Wahl — 69 der 74 Delegierten stimmten für ihn — spreche für den Rückhalt, den er genieße.

Zudem verweist Au, Vater von zwei Kindern und wohnhaft im Stadtteil Ronhof, auf seine bisherige Arbeit in der Fürther CSU, deren Ortsverband Nord er zehn Jahre lang leitete. Auch seine berufliche Qualifikationen, so Au, könnte ihm die Arbeit in der neuen Position erleichtern. Als Fachmann für Arbeitsrecht sei er es gewohnt, zwischen verschiedenen Standpunkten zu vermitteln. Im Rahmen seiner Bundeswehrausbildung — Au ist Oberstleutnant der Reserve — habe er zudem viel über Menschenführung gelernt.

Mit seinem Vorgänger ist sich der neue Mann darüber einig, dass die Fürther CSU trotz des Einbruchs vor drei Jahren („Ein Ausrutscher nach unten“) reichlich Potenzial hat. Profil wolle man vor allem in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Energie gewinnen.

Weitere Wahlergebnisse: Stellvertretende CSU-Vorsitzende sind Bernd Leibinger, Angelika Ledenko, Günter Kahl und Florian Hauck, Schatzmeister wurde Frederic Knopf.

  

Wolfgang Händel

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