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Horst Arnold steht vor der Nominierung

SPD-Landtagsabgeordneter erneut als Direktkandidat vorgeschlagen — „Alles im Griff“ - 08.01.2013 22:00 Uhr

Will für die SPD erneut in den Landtag: Horst Arnold. © Winckler


Arnold, der seit 2008 für die SPD im bayerischen Landtag sitzt, soll am 18. Januar in der Gaststätte „Grüner Baum“ zum Direktkandidaten für den Stimmkreis Stadt Fürth, Oberasbach, Stein und Zirndorf gekürt werden. „Im Dezember hat ihn der Kreisvorstand einstimmig als Kandidaten vorgeschlagen“, sagte der SPD-Bundestagskandidat und stellvertretende Kreisvorsitzende Carsten Träger bei einem Pressetermin im Café Lebenslust, bei dem die Fürther SPD das Jahr 2012 Revue passieren ließ und einen Ausblick auf 2013 wagte.

Horst Arnolds erneute Nominierung sollte eigentlich am 21. September in Stein über die Bühne gehen. Vor Ort erfuhren die Delegierten allerdings, dass die Partei-Spitze kurzfristig entschieden hatte, die Kandidatenkür zu verschieben. Grund waren Arnolds Alkoholprobleme, die sich zugespitzt hatten.

Der Politiker gestand daraufhin öffentlich seine Abhängigkeit ein und kündigte in den FN an, sich in therapeutische Behandlung zu begeben. Offen blieb zu dem Zeitpunkt, ob der 50-Jährige noch einmal ins Rennen um das Landtagsmandat geschickt werden würde. Hochrangige Parteifreunde wollten die Entscheidung dem Vernehmen nach von den Fortschritten bei der Bekämpfung seiner Sucht abhängig machen. Die Entwicklung, die sie beobachten konnten, scheint sie zufriedengestellt zu haben.

Horst Arnold selbst, der beim Pressetermin ebenfalls anwesend war, sagte auf FN-Nachfrage, er habe „alles im Griff“, und bekräftigte: „Ich habe sämtliche Vorgaben erfüllt in Bezug auf gesundheitliche Daten. Physisch, psychisch und politisch bin ich eigentlich bestens drauf.“ Arnold fügte hinzu, dass ihm der „relativ breite Zuspruch und die Solidarität aus den Kreisen der Partei“ geholfen habe.

Bei seinem Rückblick auf 2012 hob Horst Arnold die Feier zum 140-jährigen Bestehen der Fürther SPD hervor. Freudig stimmten ihn zudem die Mitgliederzahlen: „Erstaunlich viele Neueintritte“ habe man verzeichnet, rund 50, „insbesondere junge Menschen“. Derweil hielten sich die Austritte „in Grenzen“, meist handle es sich um Menschen, die in Betreuung gingen. Zu den Themen, die seine Partei auf kommunaler Ebene besonders bewegten, zählt Arnold das Sozialticket für den öffentlichen Nahverkehr, für das im Haushalt 2013 Mittel bereitgestellt wurden.

Auch Oberbürgermeister Thomas Jung nutzte die Gelegenheit, noch einmal zurückzublicken. 2012 sei für Fürth alles andere als ein Krisenjahr gewesen; der Rathauschef sprach sogar von einem „Jahr der Positivrekorde“ und zählte auf: In der Kleeblattstadt gebe es die niedrigste Arbeitslosenquote seit drei Jahrzehnten sowie die niedrigste Quote an Hartz-IV-Beziehern seit 2005, dazu Gewerbesteuereinnahmen in neuer Höhe („erstmals über 50 Millionen Euro“) und ein „beeindruckendes Bevölkerungswachstum. Der Kommune sei es überdies gelungen, keine Schulden aufzunehmen und sogar eine Rücklage von fünf Millionen Euro für schlechte Zeiten zu erwirtschaften. Ausgeblieben sei leider „der Durchbruch in der Innenstadt“. Er sei allerdings optimistisch, dass man hier 2013 vorankomme.

In Sachen Innenstadt habe der Stadtrat „getan, was er tun konnte“, bilanzierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Sepp Körbl, nicht zuletzt fiel im zurückliegenden Jahr die Entscheidung für den Investor MIB, der den Einkaufsschwerpunkt in der Breitscheidstraße bauen will. Beim Rückblick vergaß Körbl auch die Turbulenzen um den zeitweise geplanten Stadion-Neubau für die SpVgg Greuther Fürth nicht: „Freund Kiebitz bereitet uns immer mehr Probleme“, stellte er fest. Man müsse darauf hinwirken, dass „der Kiebitz die Entwicklung einer Stadt nicht ausbremsen kann“.

Als Erfolg wertete Körbl die einstimmige Entscheidung des Stadtrats fürs Sozialticket. Einen Seitenhieb auf die CSU-Fraktion wollte er sich indes nicht verkneifen: Dass sie „aus Verärgerung“ gegen den Haushaltsentwurf gestimmt habe, sei „sehr dürftig“: „Meiner Meinung nach zeigt das, dass sie nicht gewillt ist, Verantwortung zu tragen.“

  

Claudia Ziob

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