Dienstag, 13.11.2018

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Ideen gegen den Steiner Stau

CSU-Stadtratsfraktion wünscht sich wertneutrale Überprüfung ihrer Vorschläge - 20.07.2018 11:00 Uhr

Ein gewohntes Bild in Stein: Die Blechlawine quält sich durch die Hauptstraße. Schnelle Lösungen sind nicht in Sicht. © Foto: Thomas Scherer


2016 wurde eine Ortsumgehung Steins erstmals in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Dagegen regt sich erheblicher Widerstand, vor allem seitens der Stadt Nürnberg, was wohl letztlich auch zur Rückstufung dieser Planung geführt hat. Außerdem steht aktuell eine sogenannte intermodale Untersuchung der Strecke an, die alle Verkehrsarten – von der U-Bahn bis zum Rad – und denkbare Entlastungen analysiert.

"Wir dürfen nicht wieder von irgendwelchen Lösungen in weiter Ferne träumen, sondern brauchen Konzepte für die heutige Generation", fordert 2. Bürgermeister Bertram Höfer. "Wir wollen einfach möglichst jede Lösungschance überprüfen lassen und wenn es nur dazu führt, dass die eine oder andere Alternative endgültig ad acta gelegt wird. Sonst drehen wir uns wieder Jahrzehnte im Kreis", ergänzt CSU-Fraktionsvorsitzender Norbert Stark.

Nicht nur ein Projekt im Fokus

Die Liste der CSU zur Entlastung der Steiner Hauptstraße/B 14 greift Altbekanntes auf, bietet aber auch neue Ideen. Damit soll, so die Stadträte, eine Verengung auf eine Lösung vermieden werden. Unterschieden wird in mittelfristige und langfristige Maßnahmen. Für erste ist an eine Realisierung innerhalb von drei bis fünf Jahren gedacht, alle anderen Projekte würden einen Zeitrahmen von über zehn Jahren beanspruchen.

Die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) ist ein Thema auf der CSU-Checkliste.

Bessere Anbindung des S-Bahn-Halts Unterasbach: Derzeit ist der Busverkehr in Stein hauptsächlich auf den U-Bahn-Endhalt Röthenbach ausgerichtet. Dies bedeutet, dass Busse hauptsächlich über den ohnehin stark frequentierten Rednitzübergang der B 14 fahren. Der ÖPNV hat dadurch keinen Zeitvorteil gegenüber dem Pkw-Verkehr.

 

Ein Zehn-Minutentakt der S-Bahn: Dazu wäre vermutlich ein zweispuriger Ausbau der Strecke erforderlich.

Eine eigene Busspur entlang der Deutenbacher Straße: Der Bus Richtung Nürnberg fährt durch die Steiner Hauptstraße und steht damit genauso im Stau wie der Individual-Verkehr. Für eine schnelle Busspur wäre es nötig, die Deutenbacher Straße zwischen Hauptstraße und Einmündung Albertus-Magnus-Straße täglich stundenweise für den Pkw-Verkehr zu sperren und für eine Busspur in Richtung Hauptstraße freizugeben.

U-Bahn-Verlängerung mit dem Endpunkt Weihersberg: Dazu müsste ein umfassendes Park- und Ride-Angebot gebaut werden. Auch ein sogenannter Südschwenk gehört zu den Gedankenspielen. Er könnte dann entstehen, wenn die U-Bahn-Linie in Richtung Eibach verlängert wird. Dann nämlich wäre eine oberirdische Rednitzquerung in Richtung Goethering denkbar.

Neue ÖPNV-Trasse: Dies könnte ein Nordschwenk als Stadtbahn oder U-Bahn sein. Möglicherweise ist eine oberirdische Verbindung günstiger als eine Untertunnlung Steins. Dabei könnten die Überquerungsmöglichkeiten der Rednitz nordwestlich der Hauptstraße in Richtung Bahntrasse überprüft werden. Die Linie könnte dann auf oder entlang der Bahnverbindung Nürnberg-Ansbach im Idealfall bis Schweinau führen, im ungünstigeren Fall nur bis Stein Bahnhof.

Eine Hochbahn: Möglicherweise einfacher zu realisieren, da nicht an Bahntrassen gebunden, könnte eine Art Seilbahn sein.

Auch der Straßenbau wird auf der Vorschlagsliste der CSU-Fraktion berücksichtigt.

Einschränkung des Lkw-Verkehrs entlang der B 14: Derzeit ist die B 14 eine für Laster kostengünstige, weil kürzere Alternative zur A6 sowie eine weniger stauanfällige Ausweichroute in Richtung Westen. Denkbar wäre eine Einschränkung des Schwerlastverkehrs entlang der B 14 ab Heilsbronn/Neuendettelsau bis zur A 73. Hierbei sollten die Optionen Nachtfahr- und eingeschränktes Fahrverbot für Lkw überprüft werden.

Reduktion der Autos im Steiner Stadtgebiet: Es gibt Überlegungen, den Bestand an motorisierten Fahrzeugen in der Stadt durch verschiedene Maßnahmen zu verringern. Das könnte durch das Unterschreiten der Vorgaben der Stellplatzverordnung erreicht werden bei gleichzeitigem Ausbau von E-Tankstellen, Carsharing-Angeboten oder Fahrradstellplätzen.

Durchgehend dreispuriger Ausbau der A 6 von Kreuz Crailsheim bis Anschlussstelle Nürnberg-Süd: Der Ausbau der A 6 von Kreuz Crailsheim bis Anschlussstelle Nürnberg-Süd könnte die Staugefahr auf dieser Strecke verringern. Dann wäre Stein seltener Ausweichroute.

Untertunnlung Steins: Mit einer Röhre von Röthenbach nach Stein könnte die Verkehrsbelastung reduziert werden und gleichzeitig die Richtung des bisherigen Verkehrsstroms weitgehend beibehalten werden.

Umgehungsstraße "Verbindungsstraße West": Denkbar wäre eine Umgehungsstraße entlang der Trasse der ehemaligen Verbindungsstraße West nach Zirndorf mit Anschluss Hügelstraße bei Untertunnlung des Hainbergs. In dem Intraplan-Verkehrsgutachten aus den 1980er Jahren wurde die Verbindungsstraße West mit einer hohen Entlastungswirkung bezeichnet. Es wäre zu prüfen, ob dies auch heute noch zutrifft.  

Beate Dietz

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