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Im Fürther City-Center stehen die Zeichen endlich auf Grün

Am Dienstagabend hat die Firma TKN nach langen Verhandlungen den Kaufvertrag unterzeichnet — Umbau beginnt im Herbst - 14.04.2011 16:00 Uhr

Mehr Licht, mehr Transparenz und mehr Offenheit: So oder ähnlich stellen sich die Planer das neue Center vor. © Entwurf: PASD


Müller, der die acht Monate dauernden Verhandlungen maßgeblich begleitet hatte, macht kein Hehl daraus, dass auch ihm „ein Stein vom Herzen gefallen“ ist. Denn ursprünglich war vorgesehen, den Vertrag bereits Ende Januar unter Dach und Fach zu bringen – doch dann tauchten juristische Schwierigkeiten auf, einige der Verkaufsvollmachten, die die 351 Eigentümer bereits Ende 2009 gegeben hatten, waren inzwischen nicht mehr gültig.

Kein Wunder, dass sich bei allen, die auf die mit viel Schwung zu Werke gehenden neuen Macher aus dem Nobelvorort von München setzten, eine gewisse Nervosität breit machte. Sollte es nach dem bitteren Absprung des portugiesischen Sonae-Sierra-Konzerns einen erneuten Rückzieher geben?

Schnelle Genehmigung

Wohl kaum, denn nach Aussage von TKN-Chef Miro Vorbauer ist die Vereinbarung mit seinem Finanzier – dem Vernehmen nach die Großbank JP Morgan – inzwischen ebenfalls „fix“; er muss die 20 Millionen Euro für den Kauf und geschätzte 50 Millionen Euro für den grundlegenden Umbau aufbringen. „Alle Zeichen stehen auf Grün“, so Vorbauer auf FN-Nachfrage.

Auch die noch nötige Baugenehmigung der Stadt dürfte nach den Worten von Horst Müller kein Hindernis sein, zumal die Verwaltung eine Voranfrage von TKN bereits positiv beschieden hatte. Man werde den nun folgenden Bauantrag „sehr schnell bearbeiten“, damit der Investor im Herbst loslegen kann.

Die Planungen der von TKN beauftragten Architektengruppe PASD aus Hagen sehen vor, zwar die gewohnten Wegeverbindungen zu erhalten, dem Center mit seinen stolzen 26000 Quadratmetern Fläche aber sein altbackenes Image zu nehmen. Dazu sollen weniger und dafür großzügig verglaste Zugänge beitragen, mehr Licht, mehr Transparenz und mehr Offenheit im Inneren werden für eine gänzlich entstaubte Atmosphäre sorgen.

Große Nachfrage

Die Ballung von Rolltreppen im Zentrum des Einkaufszentrums wollen die Architekten durch eine ovale Öffnung mit freiem Blick durch die Geschosse ersetzen; helle Decken und Bodenbeläge sowie ein ausgeklügeltes Lichtkonzept sollen die bisweilen reichlich düster wirkenden, langen Flure des Gebäudes aufpeppen.

Vorbauers Credo: „Es soll den Fürthern wieder Spaß machen, ihre Zeit beim Shoppen in Fürth zu verbringen.“ Er strebt einen Ladenmix im „mittel- bis hochpreisigen Bereich“ an, die Nachfrage entsprechender Anbieter nach Flächen in der Fürther Immobilie sei enorm.

Die altbackene Atmosphäre des aus den 80er Jahren stammenden City-Centers wollen die neuen Eigentümer beseitigen. © Horst Linke




Bis zum Umbaustart im Herbst läuft der Geschäftsbetrieb im City-Center aber zunächst weiter wie bisher, und auch während der einjährigen Modernisierungsarbeiten, so Vorbauers Wunsch, wolle man das Haus entgegen ursprünglicher Überlegungen „weitestgehend offenlassen“. Ob das realistisch ist, müsse aber noch geprüft werden.

In Müllers Augen wäre es der Idealfall, denn Ausweichquartiere für betroffene Händler stehen nur begrenzt zur Verfügung – für einige von ihnen gehe es aber schlicht um die Existenz, wenn sie länger von der Bildfläche verschwinden müssten. Man werde den Geschäftsleuten deshalb in nächster Zeit Gespräche anbieten.

Ungeachtet solcher noch zu klärenden Fragen blickt Müller mit viel Optimismus nach vorn. Die Runderneuerung des Centers sei „ein ganz, ganz wichtiges Zeichen für die Einkaufsstadt“. Und auch den von der Kommune selbst geplanten Einkaufsschwerpunkt an der Rudolf-Breitscheid-Straße (geplante Eröffnung: Frühjahr 2014) könne man nun unbeschwerter in Angriff nehmen, denn Müller ist überzeugt: Ohne ein funktionierendes City-Center wäre es für dieses Projekt erheblich schwieriger, in die Gänge zu kommen. 

Wolfgang Händel

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