Donnerstag, 15.11.2018

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In Wintersdorf schwächelt die Kiefer

Wäldchen musste abgeholzt werden, neue Bäume kommen - 19.08.2018 16:30 Uhr

Nur die Laubbäume stehen noch: Das Wäldchen an der Rothenburger Straße bei Wintersdorf bietet derzeit einen trostlosen Anblick. Mehrere Faktoren haben den Kiefern zugesetzt, sie wurden nun gefällt. © Foto: Burghardt


"Wo sind denn die Bäume hin?" Ein plötzlich weitgehend leergeräumtes Waldstück sorgt derzeit bei FN-Lesern für Aufmerksamkeit. Die 4000 bis 5000 Quadratmeter große Fläche liegt an der Rothenburger Straße, kurz nach der Ortsausfahrt Wintersdorf Richtung Leichendorf. Neues Bauland soll hier allerdings nicht entstehen. Revierförster Klaus John vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth (Aelf) weiß, warum in dem Waldstück die Motorsäge Tatsachen geschaffen hat.

"Die letzten Jahre haben hier, ähnlich wie in vielen anderen Wäldern, an der Kiefer deutliche Spuren hinterlassen. Viele Bäume sind infolge der Trockenheit, der warmen Winter und eines Schwächepilzes, des Diplodia, abgestorben", erklärte John.

Dass die Abholzung relativ großflächig erfolgt ist, auf den ersten Blick gar einer Rodung gleicht, hängt mit der Lage des Waldstücks zusammen. Da der Baumfallbereich im Süden direkt an Verkehrswege und im Norden an Wohnhäuser angrenzt, musste laut der Behörde ein strengerer Maßstab für die Verkehrssicherungspflicht angelegt werden. Das bedeutet: Steht ein Wald in unmittelbarer Nähe von Straßen und Wohngebäuden, muss jeder einzelne Baum auf seine Standsicherheit geprüft werden. "Ein Baum, der zuvor im Schutz anderer Bäume als sicher angesehen wurde, kann durch Freistellen zu einem unsicheren Kandidaten werden und muss deswegen auch entfernt werden", so der Revierförster.

Die starke Hitze der vergangenen Wochen ist übrigens nicht die Ursache für die Abholzung des Wintersdorfer Wäldchens. Vielmehr geht es um schon länger zurückliegende Trockenperioden. John weiß: "Das System Baum ergreift in schwierigen Lebensphasen Vorsorge- und Reparaturmaßnahmen." Inwieweit die Landkreiswälder unter der aktuellen Trockenheit gelitten haben, wird sich daher erst in den nächsten Jahren zeigen. Auch wenn das geschilderte Phänomen aktuell in vielen Beständen der Region auftritt, kann laut John von sterbenden Wäldern überhaupt keine Rede sein. Betroffen seien maximal fünf Prozent der Kiefern.

Die Fläche an der Rothenburger Straße ist nun kahl, wird es aber nicht auf Dauer bleiben. Das bayerische Waldgesetz verpflichtet den Besitzer dazu, aufzuforsten: Innerhalb von drei Jahren müssen neue Bäume gepflanzt werden. Die Behörde wird das überwachen.  

Florian Burghardt

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