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Kinder protestieren gegen Oberfürberg-Nord

Wieder Kritik an der von der Stadt geplanten Siedlung - 06.11.2011 13:00 Uhr

Mit ihrem selbst gebauten Spielplatzmodell und einer Wunschliste erläuterten Kinder aus Oberfürberg Oberbürgermeister Thomas Jung (rechts) ihre Vorstellung von der Stadtrandgestaltung.

Mit ihrem selbst gebauten Spielplatzmodell und einer Wunschliste erläuterten Kinder aus Oberfürberg Oberbürgermeister Thomas Jung (rechts) ihre Vorstellung von der Stadtrandgestaltung. © Mark Johnston


Schon bei den Protesten im Vorfeld hatten sich auch die Kinder unüberhörbar zu Wort gemeldet. Jetzt setzten sie Jung mit ihren Argumenten zu. Weshalb nicht erst einmal die noch freien Grundstücke in der Stadt bebaut werden, wollte die 13-jährige Jasmin-Julika Nettusch wissen. Laut OB sind die meisten nicht verfügbar.

Jung ist der Auffassung, dass die Stadt stirbt, wenn sie schrumpft. Er appellierte an die Kinder: „Wir sollten versuchen, diese Stadt am Leben zu erhalten. Und das geht nur, wenn der Zuzug immer anhält.“ Blieben junge Familien aus, müssten Schulen geschlossen werden. Auf aktuelle Probleme bei der Schulbusbeförderung in Oberfürberg hingewiesen, versprach der OB, sich beim infra-Verkehrsbetrieb für Verbesserungen einzusetzen.

Der 13-jährige Markus Thumm beklagte sich, dass die freie Sicht ins Grüne verbaut werden soll. Doch für Jung gibt es kein Recht auf freie Sicht. Für bedenklich hält der OB den Wandel im Miteinander: Früher habe man neue Nachbarn mit den Worten begrüßt: „Wie kann ich helfen?“ Heute heiße es: „Dir werd’ ich helfen!“ Die Chance, in Fürth heimisch zu werden, dürfe niemandem per Siedlungsstopp genommen werden.

Mit einer Wunschzettel-Pinnwand und einem Spielplatzmodell machten die jungen Besucher im kleinen Sitzungssaal auf Defizite in der Spielplatzversorgung aufmerksam. Vor allem ein Bolzplatz fehlt. „Ich find’s blöd, dass ich keine Drachen mehr steigen lassen kann“, stand auf einem der Zettel. Die Vorstellungen der Kinder sollen, so Jung, bei der Neubauplanung berücksichtigt werden.

Wie berichtet, hat die Stadt das für 800 Wohnungen auf 300000 Quadratmeter ausgelegte Projekt unter dem Druck massiver Proteste auf 300 Wohnungen und 120000 Quadratmeter abgespeckt. Eine 15 Meter hohe Lärmschutzwand ist entlang der Südwesttangente geplant. Noch läuft die frühzeitige Bürgerbeteiligung, bei der Einwände zu Protokoll gegeben werden können. Am kommenden Dienstag um 19 Uhr gibt es eine abschließende Diskussion in der Aula der Stifterschule.

  

VOLKER DITTMAR

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