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Langenzenns Stadtkapelle sahnt ab

Mit Spaß erspielten sich die jungen Musiker den Titel - 24.03.2017 13:00 Uhr

Stadtkapellmeister Clemens Losch bei der gemeinsamen Probe von Vororchester und Jugendkapelle für das Frühjahrskonzert am Samstag. © Foto: Nina Daebel


Es herrscht aufgeregt-nervöse Hektik im Proberaum der Stadtkapelle an der Ostendstraße in Langenzenn. Viele junge Instrumentalisten marschieren mit großen Musikkoffern herein. Es dauert, bis jeder auf seinem Platz sitzt, die Noten ausgepackt und die ersten Töne zum Einstimmen gespielt hat.

Das Vororchester und die Jugendkapelle proben heute gemeinsam für das Frühjahrskonzert, in dem sie eine zentrale Rolle spielen werden. Insgesamt 54 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 22 Jahren sind mit von der Partie. Für den Leiter und Dirigenten Clemens Losch ist das eine besondere Herausforderung. Er muss sich immer wieder Gehör verschaffen und das breite Spektrum an Können und Alter zu einem harmonischen Ganzen zusammenführen.

Für ihn persönlich ist der Junior-Award "sehr motivierend". Der Weg, der in der Nachwuchsarbeit seit 2009 eingeschlagen worden sei, habe sich als richtig erwiesen, sagt Losch und verspricht: "Wir werden im Engagement nicht nachlassen."

Bestätigung der Arbeit

Für Monika Scheiring, die Vorsitzende der Stadtkapelle, ist der Preis eine Bestätigung dafür, dass es richtig gewesen ist, in junge Musiker zu investieren. Ganz besonders viel Wert wird ihr zufolge darauf gelegt, dass die Mädchen und Jungen sich selbst engagieren und Verantwortung übernehmen. So werden regelmäßig neue Jugendleiter ausgebildet. Die wiederum helfen unter anderem bei der Organisation außermusikalischer Aktionen wie den mehrtägigen Jugendfreizeiten. Im Fokus steht zudem ein gut strukturierter Aufbau des Ausbildungsbereichs, der die Kinder spielerisch ans Instrument heranführt.

Kein Wunder also, dass die Anzahl der Mitglieder "kontinuierlich nach oben geht", wie Simon Scheiring zufrieden feststellt. Der 21-Jährige ist selbst Jugendleiter und spielt Posaune. Dass die Erwachsenen den Jungen keinen Druck machen, lobt er ausdrücklich. "Wer mal keine Lust zur Probe hat, der kommt eben einfach mal nicht. Es heißt dann aber nicht: Entweder du kommst oder du bist draußen. Das finde ich gut", erzählt Simon. Deshalb sei jeder gerne dabei.

Außerdem verzichtet Kapellmeister Losch weitestgehend darauf, den Nachwuchs von Volksliedern begeistern zu wollen. Er räumt den Jungen und Mädchen sogar "Wunschrechte" bei der Notenauswahl ein. So laute das oberste Gebot innerhalb des Vororchesters und der Jugendkapelle schlicht: "Es soll Spaß machen." Und so sei es Simon zufolge auch gar nicht schlimm, wenn mal einer einen Fehler mache. "Wir helfen uns dann gegenseitig. Das ist soziales Lernen."

"Überrascht und sehr erfreut" über den Junior-Award waren die Jugendleiter Yvonne Krauß (20) und Lucas Deinzer (15). "Als wir davon erfahren haben, war das ziemlich cool", betont Lucas. "Der Preis ist eine Belohnung für die bislang geleistete Jugendarbeit und für das Engagement der vielen Jugendleiter", ergänzt Simon.

Damit die beim Frühjahrskonzert den perfekten Ton angeben, ist jetzt volle Konzentration gefragt. Gespielt wird der Titelsong des Kinofilms "Fluch der Karibik". Dass vor allem die ganz jungen Musiker aufgeregt sind, spürt Losch. Schließlich wird es für sie das erste große Konzert sein, bei dem sie mitwirken. Und damit die vielen Omas und Opas im Publikum stolz auf sie sein können, wird auch das richtige Stillsitzen immer wieder geübt.

Den Junior-Award würden die Verantwortlichen künftig gerne als Aushängeschild nutzen. Der damit bescheinigte hohe Qualitätsstandard soll beispielsweise Sponsoren und die Stadt begeistern. Und vielleicht hilft der Preis ja auch bei der Suche nach neuen Proberäumen. Die bräuchte die Stadtkapelle dringend. Denn das Quartier an der Ostendstraße ist längst viel zu klein.

Konzert der Stadtkapelle Langenzenn am Samstag ab 19 Uhr; Vorverkauf: Hans-Sachs-Spiele, Hindenburgstraße 32. 

NINA DAEBEL

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