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Leicht ist schwer

„Der goldene Schuh“-Ballett-Wettbewerb 2012 im Stadttheater - 20.01.2012 12:25 Uhr

Tolle Talente: Mona Taubitz riss die Jury unter Vorsitz von Christiane Milenko (Staatstheater Nürnberg) und das Publikum zu Jubelstürmen hin und siegte in der Gruppe der 13- bis 15-Jährigen. © Hans-Joachim Winckler


So wurde es eine wunderbare Show im Zeichen des Balletts, die interessanterweise von den jungen Tänzern geprägt wurde. Die gezielte männliche Nachwuchsförderung scheint Früchte zu tragen. Die Zeiten, als tanzenden Jungs ein Weichei-Image anhaftete und sie nur mit Fußball punkten konnten, gehen glücklicherweise dem Ende entgegen. Wer sollte die Mädchen auch sonst bei den Pas de deux hochheben? So zeigte Liam Hallein aus München in der „kleinen Gruppe“ der Zehn- bis Zwölfjährigen einen witzigen „Till Eulenspiegel“ zu Klängen von Richard Strauss.

Nils Hackenbracht aus Bonn tanzte sehr modern, Marco Benaglia, ebenfalls aus München angereist, stellte einen kraftvollen, bezaubernden „Phönix“ dar und eroberte in der jüngeren Gruppe den dritten Platz. Und Frederik Schnellinger aus Regensburg wiederum überzeugte als lebende Violine, die er so gefühlvoll interpretierte, dass er schließlich Zweiter wurde.

Aber natürlich waren auch die Mädchen hoch talentiert und gaben an diesem großen Tag ihr Bestes.

Bei den Kleineren siegte Lale Ahmerkamp aus Bonn in einem zauberhaften roten Kleid mit ihrer „Esmeralda“-Interpretation. Gekonnt schwang sie das Tamburin, um ihre Schritte mit temperamentvollen Klängen zu begleiten, und erzeugte zudem eine Bühnenpräsenz, die nicht einmal jeder erwachsene Künstler zu Wege bringt.

Im Gegensatz dazu setzte sich bei den 13- bis 15-Jährigen Modernität durch: Mona Taubitz aus Karlsdorf in einem schlichten Dress baute Jazzdance-Elemente ein und tanzte mit viel Sentiment und furioser Musikalität zu Herbert Grönemeyers nachdenklichem Song „Letzter Tag“. Deutlich war ihr Potenzial zur freien Improvisation zu sehen.

Auf Platz zwei knapp dahinter: Lavinia Montagna aus Bonn, eine echte kleine Dame, die ihre „Coppelia“-Variationen technisch brillant umsetzte.

Der Sonderpreis ging an Alina Hartmann, ebenfalls aus Bonn, die ganz in Weiß auf klassische Bewegungen setzte und mit ihren „Bayadere“-Variationen das luftige Prin-zip des ballettösen Schwebens vertrat. Ihr hätte man nach dem Auftritt im Stadttheater durchaus einen höheren Platz zugetraut als den dritten in der Gruppe der Älteren.

Ein federleichter Nachmittag, eine herrlich ästhetische Collage aus Bewegungen, bei der alle Aggregatzustände des Tanzes fühlbar wurden, so verschieden waren die Temperamente der Nachwuchs-Talente.

  

Claudia Schuller

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