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Samstag, 15.12.2018

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Leukämie: Lebensretter für Björn aus Franken gesucht

Puschendorf hofft, dass sich am Samstag viele typisieren lassen - 31.08.2018 19:37 Uhr

Reinhard Weghorn vom Puschendorfer Bauhof und Bürgermeister Wolfgang Kistner hoffen, dass sich viele an der Typisierungsaktion beteiligen. © Ralf Jakob


Der passende Mensch für Björn kann überall sein – in Puschendorf, Hamburg oder New York. Mit seinen gesunden Stammzellen könnte er helfen, dass der 36-jährige Nürnberger, der als Gärtner im Puschendorfer Bauhof angestellt ist, weiterleben und seine beiden kleinen Kinder (zwei und sechs Jahre alt) aufwachsen sehen kann. Der passende Mensch für Björn wird allerdings nur gefunden, wenn er sich in einer Datenbank für potenzielle Stammzellenspender registriert hat.

Für Björn (seinen Nachnamen möchte er nicht öffentlich machen) und andere Blutkrebspatienten weltweit ist es deshalb entscheidend, dass möglichst viele Menschen typisiert sind. Seine Kollegen und Vorgesetzten wollen hier nachhelfen: Mit der Aktion am Samstagnachmittag machen sie es anderen leicht, sich in die Datenbank der DKMS aufnehmen zu lassen.

Es fließt kein Blut

Die Typisierung ist denkbar einfach und von 13 bis 16 Uhr in der Eichwaldhalle möglich: Es fließt kein Tropfen Blut. Mit einem Wattestäbchen wird einfach ein Abstrich der Mundschleimhaut genommen. Registrieren lassen kann sich, wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist.

Leider sei er selbst dafür schon zu alt, sagt Bürgermeister Wolfgang Kistner, der die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat und weiß, dass Björn große Hoffnungen in sie setzt. Der 36-Jährige leidet an einer aggressiven Form von Leukämie. Weil er kaum Abwehrkräfte hat, wartet er zurzeit in einem völlig isolierten Krankenhauszimmer auf die erlösende Nachricht, dass ein Spender gefunden wurde. Auch sein Fußballverein hat kürzlich eine Typisierungsaktion auf die Beine gestellt, um ihn zu unterstützen.

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Typisierung in Nürnberg: Hunderte wollen Leukämiekranke retten

Club-Profi Robert Bauer schrieb Autogramme, die Ice Tigers schickten Maskottchen Pucki - und Dutzende Helfer packten mit an: Hunderte Nürnberger ließen sich auf dem Gelände des DJ Eintracht Süd am Sonntag typisieren. Zwei Mitglieder des Vereins - ein Trainer und ein G-Jugend-Spieler - erkrankten an Leukämie.


Die Diagnose Leukämie bekam er unerwartet: Im April hatte er sich nach einer harmlosen Verletzung eine Blutvergiftung zugezogen, die nicht heilen wollte. Weitere Untersuchungen zeigten dann, dass er an Blutkrebs erkrankt ist.

Bei der Organisation der Typisierungsaktion haben Reinhard Weghorn, Vorarbeiter am Bauhof, und andere Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung mit der DKMS zusammengearbeitet. Kistner hat die Vorbereitungen intensiv unterstützt und freut sich, dass aus dem Ort viel Hilfe kommt: vom BRK, von der Freiwilligen Feuerwehr, von der Diakoniegemeinschaft, von Vereinen. . . Mehrere Menschen boten zudem an, Kuchen zu backen oder Würstchen zu spendieren. Mindestens 40 Helfer werden am Samstag im Einsatz sein.

Es geht nicht um Rückenmark

Was viele nicht wissen: Kommt man tatsächlich als Spender infrage, können die Stammzellen meist in Form einer Blutspende abgegeben werden. In 20 Prozent der Fällen wird unter Vollnarkose Knochenmark entnommen – nicht zu verwechseln mit Rückenmark.

Typisierungsaktion: Samstag, 13-16 Uhr, Eichwaldhalle Puschendorf (Waldstraße). Weil jede Typisierung die DKMS 35 Euro kostet, ist sie auch auf Geldspenden angewiesen. Spendenkonto: Stichwort Björn, IBAN: DE64 6415 0020 0000 2555 56. 

czi/raj

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