Freitag, 16.11.2018

|

Mal was anderes auf dem Grill: Jäger werben für Wild

Direktvermarkter aus dem Landkreis empfehlen Reh und Wildschwein als Alternative - 26.08.2018 16:00 Uhr

Sie werben für Leckereien aus Wildfleisch vom Grill: Paul Schneeberger, Leonhard Körber und Markus Rauch (von links), Jäger der Kreisgruppe Fürth. © Foto: Armin Leberzammer


Würste und Spieße brutzeln auf dem Grill und entfalten dabei das bekannt verführerische Aroma. Olfaktorisch und optisch ist dem Grillgut nicht anzumerken, dass es aus der Keule oder dem zarten Rücken eines in freier Wildbahn erlegten Tieres stammt. Für Leonhard Körber, Hobbyjäger aus dem Cadolzburger Ortsteil Seckendorf, ist das keine neue Erkenntnis.

"Wildbret ist ein schmackhaftes, gesundes Nahrungsmittel, das außerdem cholesterinarm und eiweißreich ist", erklärt der 60-Jährige. Und mit einem sich hartnäckig haltenden Vorurteil wollen Körber und seine beiden Kollegen Paul Schneeberger und Markus Rauch ganz bewusst aufräumen: Den typischen Wildgeschmack gibt es dank moderner Kühlanlagen nicht mehr.

"Mehr Bio geht nicht"

Gegen das leicht Modrige, das man früher von Reh und Hirsch zu kennen glaubte, bedarf es nun auch keiner besonderen Einlegemethoden, etwa mit Buttermilch. Nach dem Schuss in ihrem Revier bei Beerbach (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) bringen die drei Jäger das erlegte Tier in die vor gut einem Jahr aus einem ehemaligen Backhaus umgebaute Wildkammer. Ohne Eingeweide reift es dort bei knapp über null Grad mehrere Tage und kann dann verzehrt werden. "Mehr Bio geht nicht", meint Körber. Schließlich wachse das Wild frei in der Natur ohne Kontakt zu Medikamenten oder Kraftfutter auf und ist keinem Transport- oder Schlachtstress ausgesetzt. Rehwild könne von Mai bis Januar, Schwarzwild nahezu ganzjährig gejagt werden. "Jagd bedeutet auch Naturschutz", erklärt Körber. Die 400 Mitglieder der Kreisgruppe Fürth im bayerischen Jagdverband betrachten sich selbst als Bewahrer der Natur.

Das Töten der Tiere sei nur der geringste Teil der vielfältigen Aufgaben. Zu ihnen gehören unter anderem Ausbildungen und Schulungen (etwa zu neuen EU-Hygienestandards) oder das Heranführen von Kindern und Jugendlichen an die heimische Tier- und Pflanzenwelt in Form des "grünen Klassenzimmers".

"Unser wichtigstes Anliegen ist es, ein nachhaltig hochwertiges Lebensmittel wie das Wildfleisch unseren Revieren zu entnehmen und entweder selbst zu essen oder regional zu vermarkten", sagt Körber. In Zusammenarbeit mit einem Beerbacher Metzger hat das Jägertrio verschiedene Fleisch- und Wurstangebote geschaffen – von Klassikern wie Keule, Rücken oder Gulasch bis hin zu Bratwürsten, geräuchertem Schinken und Pfefferbeißern.

"Wild vom Grill schmeckt besonders aromatisch"

Landrat Matthias Dießl, selbst ein Jäger, brauchten Körber, Schneeberger und Rauch bei seinem Besuch in Seckendorf nicht zu überzeugen. "Wenn das zarte Fleisch richtig zubereitet ist, schmeckt Wild vom Grill besonders aromatisch", weiß Dießl und glaubt, dass Wildbret gerade angesichts verschiedener Fleischskandale künftig noch mehr Feinschmeckerfreunde finden wird. Im Landkreis Fürth gibt es übrigens rund 25 000 Hektar bejagbare Fläche, in denen vor allem Hasen, Rehe und Wildschweine leben.

Unter der neuen Homepage http://www.wildbret-franken.de finden sich neben Preisen und Kontaktmöglichkeiten auch einige leckere Rezepte, ob mit oder ohne Grill. 

Armin Leberzammer

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Cadolzburg