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Massives Neubauprojekt alarmiert die Stadelner

Pläne für Spiegelfabrik-Areal beunruhigen die Anwohner - 20.04.2017 16:00 Uhr

Das ehemalige BIG-Areal in Stadeln. © Hans-Joachim Winckler


Stein des Anstoßes sind nicht die 37 Reihenhäuser, die P & P Acquisition & Sales auf dem Grundstück an der Bamberger Bahnlinie errichten will. Vielmehr erregt der zur Abschirmung des Bahnlärms geplante fünfstöckige Gebäuderiegel mit 107 Wohnungen und direkt daneben das vierstöckige Parkhaus mit 165 Stellplätzen den Unmut. Ein solcher Block, der mehr Wohnungen beherbergt als das Hochhaus auf der Schwand, passt nach Ansicht vieler Stadelner nicht in ihren Ort – vom Parkhaus ganz zu schweigen.

Die kleinen Anwohnerstraßen sind ihrer Ansicht nach nicht für die zusätzlichen Verkehrsströme ausgelegt. Auch Stadelns Infrastruktur wie Kindergärten, Schulen und öffentlicher Nahverkehr sei mit dem Bevölkerungswachstum überfordert. 450 Unterschriften für deutliche Abstriche am Gebäuderiegel und Parkhaus haben Anwohner in den letzten beiden Wochen gesammelt.

OB Thomas Jung sicherte eine kritische Prüfung der Maximalforderung des Bauträgers zu und versprach: "Ab jetzt wird’s kleiner." Alle Bedenken würden im Zuge des Bebauungsplanverfahrens geprüft. Dazu gehöre auch die Sorge über unzureichende Infrastruktur und die problematische Verkehrserschließung. In diesem Jahr, so Jung, passiere überhaupt nichts.

Das Hauptproblem für Wohnbebauung auf der Industriebrache ist der Bahnlärm. Wie Stadtplanungsamtschef Dietmar Most den Versammelten erläuterte, wäre eine rund zehn Meter hohe Schallschutzwand nötig, um den Geräuschpegel abzuschirmen. Ein Grund, weshalb ein Interessent für eine ausschließliche Reihenhausbebauung wieder abgesprungen sei.

Der von P & P Acquisition & Sales geplante Gebäuderiegel mit Parkhaus ersetzt gewissermaßen diese monströse Lärmschutzmauer. Die Alternative für eine Wohnbebauung ist in Jungs Augen Gewerbe, wie es auch der rechtskräftige Bebauungsplan vorsieht. Auf die Art der Betriebe könne die Stadt noch weniger Einfluss nehmen als auf die Wohnbebauung.

Großen Zuwachs hat Stadeln gerade erst durch zwei Neubauprojekte im Norden bekommen. 66 Reihenhäuser wurden auf beiden Seiten der Stadelner Hauptstraße errichtet. Um das Problem nicht weiter anzuheizen, will die Stadt auf dem verwaisten Faurecia-Areal an der Herboldshofer Straße keinesfalls weiteren Wohnraum zulassen. 

VOLKER DITTMAR

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