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Mittelschule Stein ist fertig umgebaut

5,2 Millionen Euro wurden investiert — Arbeiten bei laufenden Betrieb - 24.10.2017 13:00 Uhr

Bürgermeister Krömer und Schulleiterin Seegets war die Freude über die gelungen Schuleinweihung anzusehen. Die beweglichen Spielfiguren hatten die Mittelschüler gestaltet. © Foto: Petra Fiedler


Optisch aufgewertet, verbergen sich hinter der neuen Fassade moderne Energietechnik und die Möglichkeit, sich auch mit dem Rollstuhl im Haus zu bewegen. Die mit 5,2 Millionen Euro aufwendige Sanierung in Stein — zwei Millionen Euro gab es als Zuschuss des Freistaates — ist keine Selbstverständlichkeit. Eigentlich gehen die Schülerzahlen der Mittelschule kontinuierlich zurück. Im Stadtrat war man sich dennoch einig, dass das Haus eine Zukunft hat. Derzeit werden dort 100 Kinder und Jugendliche in fünf Ganztagsklassen unterrichtet. Außerdem sind vier Grundschulklassen vom benachbarten Schulgebäude in die Mittelschule ausgelagert.

Die Mittelschule Stein erhebt für sich den Anspruch, eine besondere Schule zu sein. Das machten die Festredner während der offiziellen Einweihung deutlich: "Miteinander, Füreinander und Voneinander": So lautet der Leitspruch der Schule.

Es sind die Schulsprecherinnen Aliyah, Hanna und Michelle, die den Gästen verdeutlichen, dass ihre Schule auch eine Teilzeitheimat für sie ist. Schulleiterin Heidi Seegets sieht in der neugestalteten Mittelschule einen "wunderbaren Raum zum Leben und Entfalten". Das funktionale Gebäude versetzt nach Seegets Einschätzung die Lehrer in die glückliche Lage, sich auf das Lehren, Fördern und Vertiefen konzentrieren zu können.

Bürgermeister Kurt Krömer präsentiert stolz das Ergebnis der Umbaumaßnahmen. Er spricht von einem Schulzentrum, einer Denkfabrik, die auch Ort des Wohlfühlens sein soll und die Basis für den Einstieg in ein selbstbestimmtes Berufsleben. "Wir investieren nur vordergründig in ein Gebäude, seine Technik und die Gestaltung von Schulräumen", meint Krömer. Doch es sei eigentlich eine Investition in die Zukunft der Kinder.

Energetisch ist das Haus auf den neuesten Stand: gedämmte Fassade, neue Fenster, Anschluss an die Fernwärme, LED-Beleuchtung und 129 Photovoltaik-Module. Kurt Krömer freut es besonders, dass es ein Bürgerdarlehen war, das die Installation der Solaranlage möglich machte. Auch die Inklusion körperbehinderter Schüler spielte bei der Sanierung eine bedeutende Rolle.

Dass es während der Bauphase einige Probleme, ließ Krömer nicht unerwähnt. Er erinnerte an die missliche Situation, als eine Firma "Pfusch am Bau" ablieferte. Gutachten und Beweissicherungsverfahren seien notwendig gewesen. Die Fertigstellung verzögerte sich ein Dreivierteljahr.

Vergaberecht als Problem

Rückblickend beklagt Peter Dietzfelbinger, Vertreter des beauftragten Architekturbüros Bickel, das Vergaberecht bei öffentlichen Baumaßnahmen: "Sie bekommen eine Firma nicht mehr los", meint er, an die Schwierigkeiten erinnernd. Und betont, dass man trotz aller Unbilden den Kostenrahmen nicht gesprengt habe. Was es heißt, mitten in einer Gebäudesanierung den Schulalltag zu erhalten, weiß Franz Xaver Forman. Der stellvertretende Landrat hat Vergleichbares als Lehrer erlebt: "Da wird Kindern und Lehrern viel abverlangt." Schulamtsdirektor Kimberger lobt: "Es ist sinnvoll angelegtes Kapital, das Staub, Lärm und provisorische Klassenräume schnell vergessen macht."

Die Mittelschule Stein ist als Ganztagsschule konzeptioniert. Genug Zeit, ein spannendes Programm für die Einweihung einzustudieren. Im Kreativraum wird mit den Figuren des Popartkünstlers Keith Haring gespielt, die Theatergruppe präsentiert die Szene "Spaghetti for 2", andere versuchen sich als Breakdancer oder machen Chemie erlebbar.  

Petra Fiedler

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