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Nacht der Klänge zum Start der Fürther Kirchenmusiktage

5 Programme, 5 Stunden: In Christkönig eröffnet die 54. Auflage des Festivals - 09.11.2017 14:00 Uhr

Die Festival-Chefinnen Ingeborg Schilffarth (li.) und Sirka Schwartz-Uppendieck mit (v.li.) mit den Kantoren Matthias Hofknecht (Christkönig) und Dieter Neuhof (ULF) sowie Dramaturg und Chansonnier Michael Herrschel. © Foto: Ralf Rödel


Von einem "Trailer für das, was da kommt" spricht Michael Herrschel, Dramaturg der Kirchenmusiktage. In den katholischen und evangelischen Kirchen Fürths geben sich bis 26. November Ensembles, Chöre und Solisten die Kirchentürklinke in die Hand. Wer einige "Trailer" der vergangenen Jahre miterlebt hat, weiß: Diese Auftakt-"Nacht der Klänge" wechselt Stile und Stimmungen, ist dabei jedoch eines nie, nämlich unlocker.

Als Schauplatz für die Eröffnung des 2017er-Festivals haben die künstlerischen Leiterinnen Ingeborg Schilffarth und Sirka Schwartz-Uppendieck erstmals die 400 Zuhörer fassende katholische Christkönigkirche in der Friedrich-Ebert-Straße erwählt — nicht ganz zufällig, denn "Reibungsfläche Reformation" ist das Leitthema dieses Jahres und Ökumene seit den ersten Fürther Kirchenmusiktagen ein prägendes Merkmal.

Luther und doch kein Ende? Herrschel: "Nach dem Reformationstag ist der Pulverdampf der Jubelfeuerwerke verzogen, jetzt haben wir einen klaren Blick und können fragen: Was bleibt?" Geblieben sei 500 Jahre nach Luthers Widerstands-Wirken eine Institution, "an der man sich ihrerseits reiben kann". 500 Jahre, in denen sich auch Komponisten immer wieder rieben an den Moden ihrer Zeit. Wie sich die evangelische und katholische Musik nach Luther entwickelt haben, ist denn auch der Leitfaden der "Nacht der Klänge". Jedes der fünf Programme beginnt zur vollen Stunde und dauert etwa 45 Minuten.

Was zum 450-Jährigen der Reformation noch undenkbar war, ist am Freitag ein Ding der Selbstverständlichkeit: Ein Gospelchor macht den Offbeat-Start um 19 Uhr, Red’n Blue, gegründet in der evangelischen Fürther Gemeinde St. Martin. Ein Hoch auf gute Nachbarschaft. Anschließend wechselt der Schauplatz in den Gemeindesaal. Eine Kabarett-Chanson-Revue mit Schwartz-Uppendieck und Herrschel nimmt Stichwörter aus dem Reformationsjubiläumsjahr auf, wie etwa Georg Kreislers "Meine Freiheit - deine Freiheit".

Um 21 Uhr kombiniert Schilffarth eine Monteverdi-Messe mit Gong-Klangimprovisationen des Theatermusikers und Nürnberger Dozenten Hans-Günter Brodmann. Über Orgelchoräle improvisiert Jazzorganist Christian Gabriel um 22 Uhr, und um 23 Uhr machen sich die Gastgeber ans Werk. Kantor Matthias Hofknecht leitet die Choralschola der Christkönigkirche durch Gregorianische Choräle, die sich mit Messkompositionen für Orgel (Dieter Neuhof von Unserer Lieben Frau) abwechseln.

In den Pausen winken kulinarische Erfrischungen, Besucher können mit den Mitwirkenden ins Gespräch kommen.

ZKarten für die "Nacht der Klänge" (Friedrich-Ebert-Straße 5, 19 Uhr) und sämtliche Konzerte der Kirchenmusiktage im FN-Ticket-Point (Schwabacher Straße 106, Tel. 2 16 27 77) und jeweils an den Abendkassen. 

MATTHIAS BOLL

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