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Donnerstag, 20.09.2018

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Sanierung: Steiner Gymnasium im Ausnahmezustand

Bauarbeiten sind angelaufen - Bis 2022 muss mit Raumzellen improvisiert werden - 11.09.2018 17:00 Uhr

Hinter dem Bauzaun schleppen Arbeiter ein schweres Eisenteil. Es ist nicht mehr zu übersehen: Der vierjährige Umbau für rund 18,4 Millionen Euro kommt auf Touren. © Foto: Leberzammer


Trotz Container, Bauzauns und geschäftiger Handwerker macht Direktor Gerhard Nickl kurz vor Beginn des Schuljahres einen entspannten Eindruck. "Wenn es weiterhin so läuft, dann wird die Bauzeit so stressfrei wie sie nur sein kann", meint der Schulleiter. Das Auslagern von zehn Klassenräumen sowie der Fachräume für Biologie und Chemie in die Behelfsbauten bewertet er als erträglich.

Positiv sieht Nickl, dass die Ausweichquartiere direkt neben der Schule stehen und somit keine zeit- und kostenintensiven Transfers von Schülern und Lehrern nötig sind. Für eine weiterhin reibungslose Abwicklung spricht nach Einschätzung von Architekt Willi Bayer die Aufteilung des Schulhauses in drei Flügel. "Die lassen sich gut voneinander abschirmen", sagt er. Bis dato laufe zudem alles im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen. Bei den Schulmöbeln habe man sogar deutliche Einsparungen gegenüber dem ursprünglichen Budgetplan erzielen können.

Neben der energetischen Sanierung der gut 30 Jahre alten Immobilie stehen in den kommenden Jahren auch eine Brandschutzsanierung und die Generalsanierung der naturwissenschaftlichen Fachbereiche und des Rasenspielfelds auf der Agenda. Das Gesamtprojekt ist in vier Bauabschnitten unterteilt, wobei für jeden eine Bauzeit von rund einem Jahr angesetzt ist. Man wisse, dass dies die Schulfamilie vor Herausforderungen stellen wird, räumt Landrat Matthias Dießl beim Ortstermin ein, "wir haben aber Vorsorge getroffen, damit sich die Unannehmlichkeiten in Grenzen halten und stehen in engem Kontakt mit der Schulleitung." Trotz der Belegung durch Raummodule als Ersatzklassenzimmer könnte die Hälfte des Sportplatzes sowie der Allwetterplatz weiter genutzt werden.

Durch die Sanierungsarbeiten und den Einbau einer neuen Heizzentrale mit Gasbrennwertkesseln und Blockheizkraftwerk soll außerdem der Kohlendioxidverbrauch um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Bereits jetzt liefert eine größere Photovoltaikanlage auf dem Dach Solarstrom.

Läuft alles nach Plan, dann steht der Nordflügel ab dem Schuljahr 2019/20 wieder für den Unterrichtsbetrieb zur Verfügung. Dann folgen der West- und der Südflügel sowie der Verwaltungstrakt. Komplett abgeschlossen sollen die Arbeiten erst im April 2022 sein. Die geschätzte Gesamtinvestition beläuft sich laut Landratsamt auf rund 18,4 Millionen Euro. Der Landkreis rechnet mit Fördermitteln in Höhe von gut fünf Millionen Euro. 

Armin Leberzammer

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