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Sehr harte Zeiten und ein unvergessliches Geschenk

Edelgard Dötsch, die fünf Kinder, neun Enkel und einen Urenkel hat, im Gespräch mit den FN zum Thema Muttertag - 12.05.2012 22:00 Uhr

ZIRNDORF  - Wer wie Edelgard Dötsch fünf Kinder, neun Enkel und einen Urenkel hat, für den hat Muttertag eine besondere Bedeutung. Wir sprachen mit der 74-Jährigen über besondere Geschenke, wie sich die Kindererziehung verändert hat und wie sie am Sonntag feiert.

Ist trotz vieler Entbehrungen und harter Arbeit ein zufriedener Mensch: Edelgard Dötsch.
Ist trotz vieler Entbehrungen und harter Arbeit ein zufriedener Mensch: Edelgard Dötsch.
Foto: Hans Winckler
Ist trotz vieler Entbehrungen und harter Arbeit ein zufriedener Mensch: Edelgard Dötsch.
Ist trotz vieler Entbehrungen und harter Arbeit ein zufriedener Mensch: Edelgard Dötsch.
Foto: Hans Winckler

Erinnern Sie sich noch an Ihr schönstes Muttertagsgeschenk?

Edelgard Dötsch: In dem Jahr, in dem ich 40 wurde, haben meine Kinder alle zusammen ein Gedicht für mich verfasst, ohne dass ich vorher etwas geahnt habe. Passend dazu haben sie außerdem Bilder gemalt. Ich habe das Werk heute noch, weil ich es so toll fand, dass es die Kinder gemeinsam und in Harmonie gefertigt haben. Ich denke, das ist nicht unbedingt selbstverständlich.

Finden Sie, dass der Muttertag noch nötig ist? Schließlich sollte man sich ja nicht nur einmal im Jahr für die Verdienste der Mutter bedanken.

Dötsch: Wenn sich meine Kinder nur zum Muttertag um mich kümmern würden, würde ich an diesem Tag wohl weit weg fahren. Ich finde es wichtig, Kontakt zueinander zu haben — und zwar auch an ganz normalen Tagen. Man sollte stets im Dialog bleiben. Ich bin schon lange dafür, diesen Tag zu streichen. Es sollte jedem selbst überlassen sein, sich seiner Mutter liebevoll zu nähern, auch ohne einen besondern Tag.


Zwischen der Geburt Ihres ersten und fünften Kindes liegen zehn Jahre. Hat sich Ihre Mutterrolle in diesem Zeitraum verändert?

Dötsch: Eigentlich hat sich nicht viel getan in dieser Zeit. Aber als mein viertes Kind ein Dreivierteljahr alt war, haben wir unsere erste Waschmaschine bekommen. Bis dahin musste ich täglich Wäsche auskochen. Außerdem sind wir vom Kohleofen auf eine Heizung umgestiegen. In dieser Zeit, in den 60er Jahren, war es nicht besonders angesehen, Kinder zu haben. Vor allem ich als recht junge Mutter stand unter ständiger Beobachtung. Am Sonntag wurde immer kritisch begutachtet, ob die Kleinen auch angemessene Kleidung trugen, die weißen Kniestrümpfe sauber waren und die Schuhe blank geputzt.

Wenn Sie sich jetzt Ihre Enkel ansehen — welche Unterschiede stellen sie da zu Ihrer Zeit fest?

Dötsch: Beispielsweise, dass es damals noch nicht die Möglichkeit gab, die Kleinen in den Kindergarten zu geben, zumindest nicht da, wo wir wohnten. Ich bin immer sehr früh aufgestanden und habe bis abends geschuftet. Jahrzehntelang kannte ich so etwas wie Freizeit überhaupt nicht. Oftmals musste ich auch noch arbeiten. Trotzdem glaube ich, dass mich dieses Leben zu dem gemacht hat, was ich bin, nämlich ein zufriedener und dankbarer Mensch.

Wie feiern Sie am Sonntag den Muttertag?

Dötsch: Zusammen mit meiner Tochter, die als Einzige wie ich auch hier in Zirndorf lebt, und deren Schwiegermutter. Wir wollen gemeinsam eine Führung durch die Cadolzburg machen, weil ich sie noch nie von innen gesehen habe. Davor oder danach gehen wir Kaffee trinken oder essen gemeinsam zu Mittag. 

Interview: GWENDOLYN KUHN


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