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Stein: Ärger um Fernwärme

Bürger fühlen sich von den Stadtwerken schlecht informiert - 17.10.2017 13:00 Uhr

Die Bürger Steins fühlen sich von den Stadtwerken schlecht informiert. © fn


Seit 20 Jahren ist das aus den 1970er Jahren stammende Fernwärmewerk Stein-Deutenbach im Besitz der Stadtwerke. Einst mit Heizöl betrieben, versorgt es mittlerweile mit Erdgas große Teile des Steiner Stadtteils. Diese Umstellung sowie Investitionen in die Leitungen hätten es notwendig gemacht, die Verträge rechtlich auf einen neuen Stand zu bringen.

Fast 100 Prozent mehr müsste er bezahlen, würde er den neuen Kontrakt unterzeichnen, rechnet ein Anwohner vor. Er möchte namentlich ebensowenig genannt werden wie seine beiden Nachbarn. Dass er diesen Wert selbst ausrechnen musste, ist sein zweiter Kritikpunkt: "Denn dem Schreiben wurde nicht einmal eine Musterrechnung beigefügt." Unterschrieben hat von dem Trio keiner, schließlich hätten ihre Lieferverträge noch bis 2022 Bestand.

Dass die Kosten scheinbar derart explodieren, liegt an der Neuberechnung des Grundpreises. Bislang wurde die jeweilige Wohnfläche als Bemessungsgrundlage herangezogen, in den neuen Verträgen die von den Stadtwerken gemessenen Spitzenwerte – selbst wenn diese nur einmalig im vergangenen Jahr erreicht wurden. "Ich hatte einen Tag einen Techniker im Haus und musste nach einer Komplettabschaltung zur Probe wieder volle Pulle heizen", berichtet einer der Eigentümer. Das von ihm ausgerechnete Resultat: Ein Spitzenwert von 26 Kilowatt und daraus folgend ein 260 Prozent höherer Grundpreis.

Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Arold bestätigt dies im Grunde, stellt aber klar: Selbstverständlich könne ein deutlich geringerer Spitzenwert bestellt werden. "Manchen reichen sogar zehn Kilowatt aus und sie würden damit gegenüber dem bestehenden Vertrag sparen", so Arold.

Selbstkritik geübt

Die Kritik an sich könne er allerdings gut verstehen: "Ich will nichts schönreden, die Kommunikation war nicht gut." Gedacht sei das Schreiben eher als erste Information gewesen. Eine Muster- oder Vergleichsrechnung wäre seriös nicht möglich gewesen, weil mit den neuen Verträgen zugleich eine Umstellung des Lieferturnus von Juli bis Juni künftig auf Januar bis Dezember vorgenommen wird.

Auch wenn eine Reihe von Eigentümern die neuen Verträge bereits unterzeichnet haben, wollen die Stadtwerke einen neuen Anlauf in Sachen Kundeninformation starten: Am kommenden Donnerstag, 19. Oktober, findet um 19 Uhr eine Infoveranstaltung in der Grundschule im Neuwerker Weg 29 statt. 

Armin Leberzammer

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