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Stein tilgt Hitler und Streicher aus der Ehrengalerie

Ehrenbürgerschaften eigentlich nach Tod erloschen - Stadt macht reinen Tisch - 03.12.2017 16:00 Uhr

Im Steiner Rathaus wollte man endgültig für klare Verhältnisse in Sachen Nazi-Größen sorgen © fn


Adolf Hitler, der Reichspräsident und Hitler-Unterstützer Paul von Hindenburg sowie Julius Streicher, der so genannte Frankenführer und Herausgeber der antisemitischen Hetzschrift "Der Stürmer": Diesen drei Männern wurde 1933 die Würde angetragen. Eigentlich, so Bürgermeister Kurt Krömer, erlischt diese mit dem Tod des Betroffenen. Somit tragen die drei den Titel rein formal nicht mehr.

Doch dem Stadtrat genügt das nicht. Er folgte dem Beispiel vieler anderer Kommunen und fasste einstimmig einen so genannten deklaratorischen Aberkennungsbeschluss. Wie Geschäftsleiter Gerhard Seifert erläutert, tauchen in historischen Einträgen Hitler, Hindenburg und Streicher immer noch als Ehrenbürger Steins auf. Davon wollte man sich nun deutlich distanzieren – auch um die weiteren, unbescholtenen Ehrenbürger, Alexander Graf von Faber-Castell und Roland Graf von Faber-Castell sowie die Altbürgermeister Christian Götz und Hans End, zu schützen.

Fürth strich Nazigrößen nach Kapitulation

Im Februar 2017 hat beispielsweise auch der Stadtrat von Hof einen entsprechenden Schnitt gemacht. Sehr viel schneller war man in Fürth und Zirndorf. Dort reagierten die kommissarischen Stadtoberhäupter schon wenige Tage nach der Kapitulation Deutschlands am 20. Mai 1945 und strichen Nazigrößen von der Liste.

Weniger Probleme mit dem belasteten Paul von Hindenburg haben Cadolzburg und Langenzenn. In beiden Kommunen gibt es bis heute eine Hindenburgstraße. Erst jüngst war in Fürth die Diskussion über den Stadthistoriker Adolf Schwammberger wieder aufgeflammt. Wegen dessen tiefer Verstrickung ins NS-System beschloss der Stadtrat, einer nach ihm benannten Straße einen neuen Namen zu geben. 

BEATE DIETZ

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