14°

Samstag, 25.03. - 16:36 Uhr

|

Steiner Zahlenwerk zum Entspannen

"Investitionen in die Zukunft": Etat kommt ohne neue Verschuldung aus - 20.03.2017 13:00 Uhr

Im Sommer soll das Kulturhaus des Bezirks in Stein eröffnet werden. Die Stadt lässt sich die Sanierung des ehemaligen Bauernhauses heuer 700 000 Euro kosten.

Im Sommer soll das Kulturhaus des Bezirks in Stein eröffnet werden. Die Stadt lässt sich die Sanierung des ehemaligen Bauernhauses heuer 700 000 Euro kosten. © Foto: Hans-Joachim Winckler


27,8 Millionen Euro verbraucht die Stadt für ihre laufenden Ausgaben. Jeder Posten ist einzeln im Verwaltungshaushalt aufgeführt, von den Personalkosten in Verwaltung oder Bauhof über die Heizung öffentlicher Gebäude bis zur Pflege der Grünanlage.

Sichtbar wird für Bürger alles, was an Neuem in der Stadt hinzukommt oder saniert wird. 9,7 Millionen Euro stehen hierfür im Vermögenshaushalt. "Wir investieren in die Zukunft und ertüchtigen die Infrastruktur", beschreibt Bürgermeister Kurt Krömer die Pläne für 2017 und darüber hinaus.

Hort als dicker Brocken

Zu den großen Vorhaben zählt der Umbau des alten Oberweihersbucher Schulhauses in einen Hort. Über zwei Millionen Euro wird dies kosten, fast 790 000 Euro erhält die Stadt als Zuschuss vom Freistaat. Die Zusage liegt bereits vor, so dass die Arbeiten zügig beginnen können. Frühester Zeitpunkt der Fertigstellung des Hortes und damit zugleich das Ende des Container-Provisoriums am Weihersberg soll im Frühjahr 2018 sein.

Ein dicker Brocken fällt noch als Restzahlung für die Mittelschule an, nämlich eine Million Euro. Und nochmals wird für den Nachwuchs in der Stadt investiert: Mit einem Zuschuss über 1,12 Millionen Euro in die Kindertagesstätte am Jagdweg.

Der Brandschutz kostet der Stadt 740 000 Euro, teils sind dies Restzahlungen für Fahrzeuge der Feuerwehren, die schon im Vorjahr gekauft wurden, teils werden neue Wagen angeschafft. Im aktuellen Haushaltsjahr profitieren hauptsächlich die Feuerwehren Stein und Bertelsdorf davon.

Eine halbe Million Euro fließt in den Umbau der Gastroküche des Restaurants "Altes Spital". Zeitgleich soll im benachbarten städtischen Veranstaltungsgebäude "Alte Kirche" ein Aufzug für 100 000 Euro eingebaut werden: Ein alter Wunsch, um dort endlich Barrierefreiheit zu schaffen.

Rund 700 000 Euro müssen in Erhalt oder Umbau von Straßen gesteckt werden. Die gleiche Summe fällt für die restliche Sanierung des Anwesens am Asbacher Weg 3 an, das in diesem Sommer als Kulturhaus des Bezirks an den Start geht. Für diesen Zweck wird es vom Bezirk Mittelfranken angemietet.

Zufrieden mit dem Zahlwerk ist auch der Kämmerer. Die gute Konjunktur macht Martin May für die positiven Resultate verantwortlich. Das zeige sich insbesondere an der steigenden Beteiligung der Stadt an der Einkommensteuer, die ihre Bürger zahlen. 8,85 Millionen Euro spült das in Stadtkasse (Vorjahr: 8,37 Millionen Euro).

Auch wenn die Schlüsselzuweisung (Geld des Freistaates an die Kommunen) mit 2,9 Millionen Euro (VJ; 3,59) gesunken und die Kreisumlage auf fast 6 Millionen Euro (VJ: 4,9) gestiegen ist, sorgt das in Stein nicht für Finanzprobleme. Einer der Gründe ist der Sollüberschuss aus dem Vorjahr, Geld, das 2016 zwar eingeplant war, aber nicht verbraucht wurde: Diese 5,2 Millionen Euro werden heuer eingesetzt.

500 000 Euro Tilgung

Ein Blick auf die Schulden zeigt, dass "solide gewirtschaftet und langfristig geplant wurde", wie Krömer meint: Auf 13,4 Millionen Euro beliefen sich die Verpflichtungen zum 31. Dezember 2016. Heuer sollen rund 500 000 Euro getilgt werden, womit die Stadt dann noch mit 12,9 Millionen Euro in der Kreide stünde.

Natürlich gibt es den Wunschzettel, was die Stadt gerne haben würde, sich aber noch nicht leistet. Dazu gehören laut Bürgermeister Krömer ein modernisiertes Rathaus und Wohnraum für die weniger Wohlhabenden. Für den Umbau des Rathauses stehen heuer bescheidene 33 000 Euro als Planungskosten im Etat. In den kommenden Jahren erhöht sich das auf 2 Millionen Euro und mehr.

Da die Generalsanierung nicht im laufenden Betrieb geschehen kann, muss während der Bauphase Ersatz geschaffen werden. Das könnten Bürocontainer sein, aber auch, so Krömers Idee, ein solider Ersatzbau, der zwei Jahre Quartier der Verwaltung ist und danach in Sozialwohnungen umgewandelt wird. Bislang hat die gute Idee allerdings einen Haken. Das Förderprogramm des Freistaates für sozialen Wohnungsbau ist wenig flexibel und erlaubt keinerlei Zwischennutzung.  

Beate Dietz

1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.