Mittwoch, 26.09.2018

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Tag der offenen Gartentür: Fürther können staunen

Auch Familie Münderlein lädt am Sonntag in ihr Paradies ein - 23.06.2018 12:00 Uhr

Bevor man das eigene Grün so genießen kann, braucht es fleißige Hände. Gärtnern begreift Lydia Roth-Münderlein aber nicht als Arbeit. © Foto: Sabine Rempe


Entspannt im eigenen Grün sitzen, den Blumen beim Blühen zuschauen, dem Summen der Bienen lauschen – eine wunderbare Vorstellung. Aber, sagen jetzt vielleicht erfahrene Gärtner, so einfach ist das doch nicht. Schließlich macht der Spaß erst einmal viel Arbeit. Lydia Roth-Münderlein würde das so nicht ganz unterschreiben. Natürlich zieht es sie immer wieder an ihre Beete. Aber: "Arbeit ist das sowieso nicht für mich. Ich gärtner’, und das ist in meinen Augen etwas ganz anderes."

Bei vielen Gartenreisen hat sie sich mit Gleichgesinnten unterhalten: "In England oder in Holland zum Beispiel, da geht es nie um Mühe, sondern da leuchten die Augen, wenn von Pflanzen und Blumen gesprochen wird." Der Garten, verrät die 57-Jährige, ist für sie "ein Geschenk". Und das hat sie sehr weise angelegt.

Wer in das grüne Reich kommt, das auf 800 Quadratmetern rund um das Haus von Lydia und Rainer Münderlein blüht, der wird von ungezählten Stauden überrascht. Eine Pracht in vielen Nuancen, Formen und Größen, die immer wieder spontane Entdeckungen ermöglicht. Das Erstaunliche daran: "Die Stauden sind sehr pflegeleicht und je dichter alles bepflanzt ist, desto weniger Arbeit macht das alles, weil das Unkraut einfach keinen Platz hat", erklärt die versierte Gärtnerin. Wenn sich doch gelegentlich einmal Giersch oder Quecke breit machen sollte, dann heißt die Lösung: "Das reiß’ ich natürlich weg."

Vor 27 Jahren hat sie die Anlage geplant, die damals aber noch ganz anders aussah: "Da gab es zum Beispiel Platz zum Buddeln für die Kinder." Nach und nach nahm das heutige Aussehen Gestalt an. "Hier war wohl früher einmal Ackerland, in dem Boden gedeiht wirklich fast alles", lobt Lydia Roth-Münderlein. Sie muss lachen: "Wenn ich zu einer Gärtnerei fahre, sage ich mir vorher: Heute wird nur geschaut. Aber hinterher ist dann doch wieder der Kofferraum voll."

Die Vielfalt der Pflanzen ist bei ihr riesig. Doch es gibt Favoriten: "Storchschnäbel mag ich sehr, die werden so gut wie nie krank und ziehen keine Schnecken an." Eine hervorragende Visitenkarte, um im Garten willkommen zu sein. Gerne gesehen werden auch "Frauenmantel und Bergenien, die sind genauso zuverlässig." Clematis, Funkien oder Taglilien finden sich ebenfalls in Fülle. Dazwischen recken sich zum Beispiel zarte Walderdbeeren mit unglaublich aromatischen Früchten: "Das ist der Bodendecker für intelligente Gärtner", schmunzelt Lydia Roth-Münderlein. "Die sind schön und pflegeleicht."

Wie ein großer Blumenstrauß

Die zeitige Hitzephase in diesem Frühling hat auch hier alles vor dem gewohnten Termin aufblühen lassen: "Vor 14 Tagen sah der ganze Garten aus wie ein großer Blumenstrauß." Auch viele Rosen – zwischen 40 und 50 unterschiedliche Sorten sind hier vertreten – haben schon geblüht: "Ich habe gerade die ersten Fruchtstände weggeschnitten, damit noch mal Blüten kommen." Lydia Roth-Münderlein hat ein profundes Fachwissen erworben: "Ich habe mich schon als Kind für Pflanzen interessiert." Heute hat sie "ganze Regale voll mit Büchern" über Gärten und Gewächse.

Was sich bei ihr nicht findet, ist ein Rasen. "Unsere kleine Grünfläche ist eine Wiese", macht sie klar. Bis vor kurzem standen hier zum Beispiel zahllose Margeriten. Doch jetzt wurde alles kürzer geschnitten: "Man soll darauf laufen können, wenn die Besucher kommen." Schon einmal hat die Familie, die An der Leite 17 wohnt, beim "Tag der offenen Gartentür" mitgemacht: "Das war im Jahr 2000, damals waren mehr als 600 Leute hier." Dem Sonntag sieht sie jetzt gelassen entgegen: "Aber gespannt bin ich selbstverständlich schon." 

SABINE REMPE

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