Sonntag, 18.11.2018

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Tuchenbach muss heuer seine Reserven angreifen

Minus von 600 000 Euro: Etat der Gemeinde ist nicht ausgeglichen — Keine Schlüsselzuweisungen des Freistaates - 09.04.2017 13:00 Uhr

Unterm Strich ergibt der Tuchenbacher Haushalt ein Minus von fast 600000 Euro. © dpa


Zurückzuführen ist das im wesentlichen auf drei Ursachen: Im Vorjahr lagen die Schlüsselzuweisungen – Zahlungen des Freistaats im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs – bei 392 000 Euro. Heuer geht Tuchenbach leer aus. Außerdem schnellt die Kreisumlage nach oben: von rund 382 000 Euro im Jahr 2016 auf aktuell 887 000 Euro, die Tuchenbach heuer an die Kreiskasse abführen muss. Und damit nicht genug: Bei der Gewerbesteuer steht einer Rückzahlung von 480 000 Euro lediglich eine Vorauszahlung von 350 000 Euro gegenüber.

Dennoch hat die Kommune darauf verzichtet, die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer zu erhöhen. Einkommenssteuer und Umsatzsteuer sind bereits seit 2016 leicht gestiegen, sodass auch dieses Jahr leicht höhere Einnahmen in Höhe von über einer Million Euro zu erwarten sind. Aus Grundstücksverkäufen im Bereich des Winklerhofes (1500 Quadratmeter) und des Baugebietes 14 (7200 Quadratmeter) erwartet die Gemeinde Erträge von fast 300 000 Euro – die Differenz zwischen Erwerb und Verkaufspreis. Im Finanzhaushalt – hier stecken beispielsweise die Investitionen, Tilgungsleistungen und eventuelle Kreditaufnahmen – erwartet die Gemeinde ein Minus von 1,38 Millionen Euro.

Besonders im Baugebiet 14 investiert Tuchenbach in diesem Jahr. Da die Arbeiten nicht wie erwartet noch 2016 beginnen konnten, verschieben sich die Kosten in dieses Haushaltsjahr. Bauneben- und Planungskosten, Kanal- und Straßenerschließung belaufen sich auf fast 1,2 Millionen Euro, die allerdings auf die späteren Bauherren zum größten Teil umgelegt werden können. 2018 kommen noch Straßenbeleuchtung und Begrünung des Baugebietes dazu.

Etwa die Hälfte der Grundstücke soll heuer verkauft werden. Außerdem hat Tuchenbach noch einiges auf der hohen Kante: Auf 2,4 Millionen Euro belaufen sich die Reserven, die so genannten "liquiden Mittel". Angesichts der bestehenden Lücke im Finanzhaushalt werden sie voraussichtlich bis Ende des Jahres aber auf 1,1 Millionen Euro abschmelzen. Vorsorglich hat Kämmerer Martin Riegauf zudem eine Kreditaufnahme von 100 000 Euro eingeplant. Allerdings, sagt er, sei das lediglich "ein Planungsansatz, den wir nicht umsetzen wollen". 

schue/heh

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