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Mittwoch, 18.07.2018

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Viele Hände werkeln am neuen Spielplatz

Ein Mehrgenerationen-Areal entsteht im Flussdreieck - 22.07.2012 10:00 Uhr

Arbeit, nichts als Arbeit: Stadtjugendring-Geschäftsführer Jochen Krüger und eine weitere Helferin legen sich rund um die neuen Steine ins Zeug, die bald zum Kinderkletterparadies werden sollen. © Tim Händel


Die Stimmung auf der Baustelle ist gut — trotz Anstrengung und Nieselregen. Simon Haagen trägt inzwischen eine Bandage, um sein Handgelenk zu schonen. „Damit kann ich doppelt so lange schaufeln, bis es weh tut“, sagt der junge Mann mit einem schiefen Grinsen und erzählt, dass es am vergangenen Samstag etwas später wurde auf der Baustelle.

Später heißt Mitternacht. Bei Flutlicht mussten die Helfer die Fundamente für die großen Klettersteine legen, die am gestrigen Freitag angeliefert wurden. „Sonntagfrüh hab’ ich mich dann gefühlt, als hätte mich ein Laster überrollt“, sagt Haagen, der nur einer von vielen freiwilligen Helfern ist, die den Bau des Mehrgenerationen-Spielplatzes vorantreiben. An drei Wochenenden, jeweils von Freitag bis Sonntag, stellen sie ihre Arbeitskraft in den Dienst des Stadtjugendrings (SJR), aus dessen Reihen 2008 die Idee für das Projekt kam.

Die evangelische und die katholische Jugend packt genauso an wie die Pfadfinder, der Nachwuchs des Alpenvereins, das Technische Hilfswerk und die Freiwillige Jugendfeuerwehr. Am ersten Wochenende bewegten sie 130 Kubikmeter Erdreich, zehn davon mit der Schaufel, den Rest erledigte der Radlager des THW. Jutta Pscherer, die langjährige Vorsitzende des SJR, und Geschäftsführer Jochen Krüger schätzen den Wert der ehrenamtlichen Leistung auf einen hohen fünfstelligen Betrag. Unter anderem bringen sich noch ein Landschaftsarchitekt und eine Landschaftsgärtnerin unentgeltlich ein.

Das spart der finanzschwachen Stadt Fürth bares Geld. Für die Kommune mischt das Grünflächenamt mit. Zwar kommen Ideen und Entwürfe für den Spielplatz vom SJR, die Behörde aber hat die Planungshoheit – und damit auch die Verantwortung. Unter der Woche, wenn die Baustelle ruht, holen die Mitarbeiter zudem den Erdaushub ab und liefern benötigtes Material an.

Labyrinth in Kreisform

Nur mit ehrenamtlicher Arbeit geht es nicht: 50000 Euro spendet – wir berichteten – die Ergo Direkt Versicherung. Weitere 15000 Euro kommen vom SJR. Dank dieser Finanzspritzen und dank des unbezahlten Einsatzes kann auf dem Gelände eine Begegnungsstätte für Jung und Alt entstehen, die in drei Bereiche geteilt sein wird. Nahe dem Friedhofsteg laden im Boden verankerte Natursteinblöcke – eine Spende aus einem Gräfenberger Steinbruch – zum Klettern ein; verbunden werden sie mit Seilen, Netzen und Brücken.

Nebenan entsteht der sogenannte Treffpunkt mit Bänken und Tischen, in deren Platten ein Steinmetz – ebenfalls unentgeltlich – Spielflächen beispielsweise für Schach einarbeitet. Außerdem soll es ein Boule-Feld und ein Labyrinth geben. Und zu guter Letzt wird der dort bereits bestehende Spielplatz um einige neue Geräte ergänzt werden. Nur der angedachte Wasserspielbereich an der Pegnitz muss entfallen. „Da müssten wir jede zweite Woche eine Wasserprobe aus dem Fluss entnehmen, die dann auch noch Trinkwasserqualität haben müsste“, erklärt Ernst Bergmann vom Grünflächenamt den Verzicht.

Gestern sahen sich Oberbürgermeister Thomas Jung und Ergo-Chef Peter M. Endres auf der Baustelle um. Beide lobten den Einsatz der freiwilligen Helfer, die auch heute wieder kräftig anpacken werden. Simon Haagen wird dann eine Pause einlegen, der 85. Geburtstag der Großmutter muss gefeiert werden. „Ich komm’ dann Sonntag wieder“, sagt er. „Klar, und bring den Rest vom Kuchenbüfett mit“, entgegnet Jochen Krüger augenzwinkernd. Ein bisschen Stärkung kann nicht schaden – es wartet noch viel Arbeit. 

JOHANNES ALLES

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