Montag, 24.09.2018

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Wenn Gartenarbeit beschwerlich wird

Kreisfachberater Frenzke gab in Roßtal nützliche Tipps zum Unkrautjäten und Bewässern - 26.03.2018 11:00 Uhr

Rasen mähen, Unkraut jäten, Hecken schneiden: Im Garten gibt es immer etwas zu tun. Im höheren Lebensalter kann das anstrengend sein. Berater Lars Frenzke weiß, wie es leichter geht. © Foto: Jan Mika/Colourbox


"Gartenlust oder Gartenfrust" – unter dieser Überschrift rät der Fachmann erst einmal zu abstrakten Überlegungen. "Fragen Sie sich, welche Arbeiten die meiste Zeit und Kraft in Anspruch nehmen und für welche Sie gerne mehr Zeit zur Verfügung hätten." Frenzke weiß aus Erfahrung, dass da oft eine Riesendiskrepanz herrscht. Er kennt so manche Arbeitsfalle.

Nicht jeder Garten muss und kann nach 30 oder 40 Jahren komplett neu angelegt werden. "Aber viele Ecken bedürfen einfach einer Reparatur", sagt der Gartenfachberater des Landkreises und nimmt sich die Wege vor. Stolperfallen müssten unbedingt entfernt werden, an Treppen brauche es sichere Handläufe.

Breite Wege

Darüber hinaus heißt es, genau hinzuschauen, wie die Oberfläche der Wege beschaffen ist. "Vermeiden Sie zum Beispiel Beläge, die bei Feuchtigkeit zur Rutschbahn werden." Wichtig ist auch die Breite. Hauptwege sollten 1,50 Meter messen, ergänzt Frenzke. "Denken Sie an Rollator oder Rollstuhl."

Viele Aufnahmen zeigen den Mitgliedern des Gartenbauvereins, wo die Gefahren lauern. Frenzke erläutert darüber hinaus, wie Beleuchtung funktionieren muss oder dass Ruheplätze im Garten verteilt eine wichtige Rolle spielen. Er stellt Bewässerungssysteme vor und formuliert praktische Tipps für den Umgang mit Gießkannen: "Besser von einer Abstellmöglichkeit und nicht vom Boden aufnehmen, lieber zwei halb- als eine übervolle Kanne."

Auch die Bepflanzung eines Gartens könne dem Alter angepasst werden. Eine Hecke etwa, die mehrmals einen Schnitt braucht, könnte Pflanzen mit niedrigerem und weniger voluminösem Wachstum weichen. "Fragen Sie sich, ob der Ertrag Ihres Gemüse- und Obstgartens noch genügend Abnehmer findet, oder ob die Rasenfläche nicht wenigstens teilweise einer arbeitsextensiven Bepflanzung weichen könnte", rät er.

"Ernten", sagt eine Zuhörerin, danach gefragt, was sie im Garten am liebsten macht. Weniger beliebt ist das Unkrautjäten, "das geht ins Kreuz". Der Referent hat zwei gute Tipps parat. Zum einen eine Sitz- und Kniebank mit seitlichen Griffen und dann noch sein Lieblingsgerät: die Schuffel.

Alternative Hochbeet

Die ist den Anwesenden neu. Das rechteckige Metallblatt wird mit dem Stil oberflächlich durch die Erde geschoben und gezogen und entwurzelt dabei das Unkraut. Rund zehn, zwölf Zentimeter sei die Schuffel breit und lasse sich gut zwischen den Pflanzen einsetzen.

Eigentlich darf Frenzke keine Werbung machen. Aber die Schuffel findet Interessenten. Einzige Bezugsquellen, die er inzwischen ausgemacht habe, seien ein Baumarkt und das Internet.

Geht es um den altersgerechten Garten, dann steht natürlich auch das Hochbeet in der Diskussion. Lars Frenzke verweist auf eine Präsentationsfläche am Großhabersdorfer Freibad. Dort könne man unterschiedliche Formen und Materialien vergleichen.

Am Ende räumt der Vereinsvorsitzende Peter Bauer ein, er habe überraschend viel Neues erfahren. "Man darf nicht glauben", sagt er, "dass man schon alles über das Gärtnern weiß, auch wenn man es seit Jahrzehnten tut."  

Petra Fiedler

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