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Wird die Cadolzburger Ortsumgehung wiederbelebt?

Marktgemeinde sucht wieder nach einer Lösung des Verkehrsproblems - 07.08.2018 21:01 Uhr

Blick vom Cadolzburger Kreisel Richtung Osten: Wo heute ein Schotterweg Richtung Egersdorf führt, könnte eine richtige Straße gebaut werden, darüber wird derzeit im Rahmen des ISEK diskutiert. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Die vor drei Jahren eigens für das Vorhaben eingesetzte Projektwerkstatt kam zu dem Schluss, dass eine Ortsumgehung von Cadolzburg nicht in allen Aspekten die beste Wahl, jedoch hinsichtlich der Verkehrsentlastung die wirksamste Lösung sei. Eine Argumentation, die auch "Zukunft Cadolzburg" befürwortet. Aber: Die Umgehung wurde im April 2016 von einer klaren Mehrheit der Cadolzburger in einem Bürgerentscheid abgelehnt.

"Nicht tolerierbar"

Bernd Gebhardt, der Vorsitzende des Vereins, zitierte noch einmal Zahlen aus den Ergebnissen der Projektwerkstatt: "Von 21 700 Bewegungen in Cadolzburg gibt es 8700 unnötige Durchfahrten und weiterhin bis zu 66 Prozent unnötigen Schwerverkehr durch unseren Ort. Dies ist so nicht mehr länger tolerierbar." Mit dem Begriff "unnötig" sind Fahrten der Menschen gemeint, die nicht in Cadolzburg leben, dort keine Besucher sind und auch nichts zu erledigen haben, aber dennoch die Route über die Marktgemeinde wählen.

Obgleich durch den Markt eine Staatsstraße verläuft, ist das Verkehrsaufkommen mit einer Bundesstraße vergleichbar: Dort fahren im bayerischen Durchschnitt weniger Autos: im Jahr 2016 waren es 14 000 PKW und 1300 Lkw. Nicht zuletzt sind die Lärm- und Gesundheitsbelastung Faktoren, mit denen die Anwohner im Ortszentrum zu kämpfen haben.

Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Markus Bernecker und Sandra Ender warb Gebhardt bei der Übergabe des Antrags eindringlich für eine zeitnahe Lösung durch die Verwaltung und den Gemeinderat. Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Konzepts (ISEK) wird beispielsweise auch die Anbindung nach Egersdorf Nord vom großen Kreisverkehr am Cadolzburger Einkaufszentrum aus diskutiert.

Die dafür benötigten Flächen befinden sich zwar bereits im Besitz der Gemeinde. Eine solche Straße, so Bürgermeister Obst, bringe aber nur eine Verlagerung des Verkehrs jedoch keine Lösung. Im Rahmen des ISEK sucht ein Arbeitskreis derzeit nach weiteren Möglichkeiten, die Verkehrsbelastung zu mindern. Wirklich befriedigende Maßnahmen zur Entlastung der Hauptstraße sind in naher Zukunft nicht zu erwarten: "Die Verwaltung kann auf dieser Staatsstraße nichts tun", so Obsts Resümee. Tempo-30-Beschränkungen oder eine Limitierung des Lkw-Verkehrs liegen außerhalb der eigenen Kompetenzen. Die beste Lösung wäre laut Marktverwaltung der Bau einer Ortsumgehungsstraße auf Flächen des Freistaats. Aufgrund des Bürgerentscheids sei das jedoch aktuell kein Thema mehr.

Langfristig könnten die Wünsche des Vereins eventuell doch realisierbar sein. "Es wäre gut, wenn sich ein neuer Bürgerwille formieren würde", merkte Obst an. Dann würde der Freistaat Bayern die Planungen wieder aufnehmen.

Wie es weiter geht, wird nun auch vom künftigen Engagement des Vereins abhängen. Sollte es ihm gelingen, die Bürger für die Umgehungsstraße zu mobilisieren, könnte das Projekt wieder ins Rollen kommen. Bis dahin müssen kleine Maßnahmen, wie die Mitfahrbänke oder der initiierte Bürgerbus, Linderung verschaffen. Das ist jedoch nicht der Idealzustand, darüber herrscht Konsens. 

SEBASTIAN ZELADA

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