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Donnerstag, 13.12.2018

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Zentnerschwerer Preis für den Gewinner

Beim ersten Unterschlauersbacher Kartoffelfest dreht sich alles um die braune Knolle - 22.11.2008

Irmi Schmidt, Wirtin des Schwarzen Bocks, dekoriert den Unterschlauersbacher Wirtshaussaal für das große Fest. © Sabine Rempe


Jetzt fehlen nur noch die Gäste. Irmi Schmidt, neben Mann Klaus seit fast 25 Jahren Wirtin im «Schwarzen Bock», hat den großen Festsaal schon dekoriert. Die Hauptdarsteller beim ersten Unterschlauersbacher Kartoffelfest haben sich fein gemacht: Die «Ebbiern», wie die unentbehrlichen Nachtschattengewächse auf gut Unterschlauersbacherisch heißen, stellen neben Rupfenband und Birkenrinde die geschmackvolle Tischdeko. In der Küche sind sie sowieso präsent.

Die Idee, die tolle Knolle in den Mittelpunkt zu stellen, kam Irmi Schmidt ganz spontan. «Kartoffeln gibt es bei uns doch in Hülle und Fülle», sagt die 45-Jährige. Da sei es naheliegend gewesen, statt des gewohnten Weinfests («Mit dem Wein haben wir ja eigentlich hier auch nichts zu tun») mal etwas Neues zu wagen. 100 Gedecke sind aufgelegt. «Und oben an der Bar ist auch noch Platz, da geht die Jugend am liebsten rauf», weiß die Wirtin.

Sollten noch mehr Gäste kommen – auch kein Problem. «Dann rücken wir zusammen.» Bange, dass ihr Einfall nicht zünden könnte, ist Irmi Schmidt eigentlich nicht: «Die Dorfgemeinschaft ist toll, die Leute lassen sich anstecken.»

Der Mord an einem Schuster

Gefeiert wird am Abend vor dem Jahrmarkt. Und der ist ein echtes Unterschlauersbacher Phänomen, das nach einer langen Unterbrechung nun zum zwölften Mal organisiert wird. Zwar ist der 23. November der Totensonntag, ein stiller Feiertag. Aber: «Das Unterschlauersbacher Marktrecht ist älter als das Musikverbot.»

Wie es dazu kam, ist eine alte Geschichte, die die Wirtin in Michael Kroners Chronik von Großhabersdorf nachgeschlagen hat. Dort ist zu lesen, dass vor langer Zeit nach dem Mord an einem Schuster, just als in Großhabersdorf Jahrmarkt war, zur Strafe das Recht, dieses große Ereignis abzuhalten, an Unterschlauersbach ging. Nicht auszuschließen, dass das spätmittelalterliche Sühnekreuz bei der Großhabersdorfer Mehrzweckhalle mit diesem Vorfall in Zusammenhang steht. Beweise verlieren sich allerdings im Nebel der Geschichte . . .

Am Samstagabend jedenfalls wird Hans Schober im Unterschlauersbacher Saal «a wenig a Musik spiele». Und auf der Speisekarte stehen die Stars des Fests: «Ebbiernglaaberschnitzel mit Bratebbiern», zum Beispiel. Eine Köstlichkeit, die man mit «Schnitzel für Kartoffelernter an Bratkartoffeln» nur unzureichend übersetzen kann. «Baggers mit Sahnegree und Schofmali» haben sich angekündigt. Und natürlich «Ebbiernsupp’n».

Obendrein gibt es ein findiges Quiz rund um die vielgeliebte Erdbirne. Dem Gewinner winkt ein Zentner Kartoffeln. Festkochend und fein. «Heimtragen», schmunzelt Irmi Schmidt, «muss man den ersten Preis natürlich selbst . . .»

Das Kartoffelfest im «Schwarzen Bock» beginnt heute Abend um 19 Uhr. 

Sabine Rempe

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