Gefrierender Regen

Gefährliches Winterwetter in Franken: Dutzende Unfälle - Polizei zieht erste Bilanz

Johanna Mielich

Online-Redaktion

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17.1.2024, 17:39 Uhr
Die A9 hat sich am Mittwochmorgen in eine gefährliche Eislaufbahn verwandelt: Ein 22-Tonner prallte gegen einen Lärmschutzwall.

© vifogra Die A9 hat sich am Mittwochmorgen in eine gefährliche Eislaufbahn verwandelt: Ein 22-Tonner prallte gegen einen Lärmschutzwall.

Gefrierender Regen, spiegelglatte Straßen: Wer konnte, hat am Mittwoch auf das Auto verzichtet, nachdem der Deutsche Wetterdienst für den kompletten Mittwoch eine amtliche Unwetterwarnung vor gefährlichem Glatteis und Schneefall herausgegeben hatte. Winterdienste waren schon seit den Morgenstunden unterwegs, in Nürnberg nahmen die Sör-Mitarbeitenden bereits ab 4 Uhr ihre Arbeit auf.

Den Streudiensten ist es wohl unter anderem auch zu verdanken, dass es in der Region nicht zu dem erwarteten Chaos kam, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken am Mittwochnachmittag betont. Ein weiterer Grund: Auch hätten sich die meisten Autofahrer vernünftig gezeigt, viele haben ihren Wagen stehen lassen oder die nötige Vorsicht walten lassen, so der Sprecher weiter. Über ganz Unterfranken verteilt, meldet die Polizei sechs Unfälle, verletzt wurde dabei niemand.

Schwerpunkt im Raum Regensburg

Rund zehn Unfälle waren die Folge der teils gefährlichen Wetterlage in Mittelfranken. Wie Christian Seiler, Pressesprecher des Präsidiums Mittelfranken erklärt, haben die sich alle im ländlichen Bereich zwischen 9 Uhr und 12 Uhr abgespielt, als bei Minusgraden der Regen in der Region einsetze. Zwei Menschen wurden dabei verletzt. "In Nürnberg, Erlangen und Fürth hatten wir keinen einzigen, die Unfallsituation wurde für heute deutlich schlimmer angenommen", zeigt sich der Sprecher positiv.

Auf der A9 auf Höhe Hilpoltstein wurde einem Lkw-Fahrer die spiegelglatte Fahrbahn am Morgen zum Verhängnis: Er verlor die Kontrolle, sein mit 22 Tonnen Granulat beladener Laster kam an einem Erdwall rechts neben der Fahrbahn zum Erliegen. Der Lastwagenfahrer selbst blieb glücklicherweise unverletzt, der Sachschaden aber ist mit rund 30.000 Euro immens. Auf der Autobahn kam es zu einem langen Rückstau.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz sieht es ähnlich aus: Hier mussten die Einsatzkräfte zu insgesamt 15 glättebedingten Unfällen ausrücken, drei Menschen wurden dabei verletzt. Schwerpunkt war der Landkreis Regensburg, wo sich allein zehn Unfälle ereignet hätten. Zwischenzeitlich waren die Verkehrspolizei Regensburg und die umliegenden Dienststellen zeitgleich mit der Aufnahme von sieben Verkehrsunfällen auf der A3 um Regensburg in beiden Fahrtrichtungen beschäftigt. Nach aktuellem Kenntnisstand waren insgesamt zwei Lkw und elf Pkw beteiligt. Der Verkehr konnte zum Teil nur spurweise an den Unfallstellen vorbeigeleitet werden.

"Recht verschont geblieben"

"Bislang ist Oberfranken recht verschont geblieben", heißt es auch im Norden der Region. Die Polizei meldet hier bislang insgesamt sieben Unfälle wegen Glatteis. Schwerer verletzt wurde niemand.

Weiterhin gilt in vielen Teilen Bayerns jedoch: Aufgepasst: Der Deutsche Wetterdienst kündigte an, dass es in Nordbayern und in Niederbayern auch am Mittwochabend und teils noch Donnerstagmorgen unwetterartiges Glatteis geben kann. "In Unterfranken durch größere Niederschlagsmengen vereinzelt auch extremer Eisansatz an Gegenständen, Bäumen und Oberleitungen sowie erhöhte Eisbruchgefahr", warnten die Meteorologen. Am Donnerstag soll dann verbreitet wieder ein bis fünf Zentimeter Neuschnee fallen.

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