Donnerstag, 15.11.2018

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Besondere Abendstimmung in Unterasbach

Der Wohlfühlort von Ortssprecherin Gabriele Föttinger ist der Hasenbuck - 05.09.2018 06:30 Uhr

Der Hasenbuck bei Unterasbach ist für Ortssprecherin Gabriele Föttinger der Wohlfühlort in ihrem Stadtteil. © Babett Guthmann


Wer an Unterasbach als Wohnort denkt, dem fällt sofort die Bundesstraße und die entsprechende Verkehrsbelastung ein. Doch das Dorf an der B 13 hat auch eine andere Seite – und die kann Ortssprecherin Gabriele Föttinger gut schildern: "Im Ort liegen fast alle Häuser an der Straße, aber dahinter gibt es schöne Gärten und nach wenigen Schritten sind die Unterasbacher in der Natur!" Einige Grundstücke südlich der Bundesstraße grenzen beispielsweise an einen Altwasserarm der Altmühl und der Garten geht in eine malerische Schilfzone über. Vom Michelsbuck aus macht Unterasbachs Ortssprecherin auf die Schokoladenseiten der hangseitigen Anwesen aufmerksam: Geschützte Gartenoasen, alte Streuobstbestände und der weite Blick ins Altmühltal.

Seit 1990 lebt Gabriele Föttinger in Unterasbach und hat im Jahr 1996 das Amt der Ortssprecherin übernommen. Im Ort präsent sein, lokale Vereine und Veranstaltungen unterstützen und als Bindeglied zwischen Stadt, Stadtrat und den Unterasbachern ansprechbar sein – das sieht sie als ihre Aufgaben.

Für die Recherche nach einem Unterasbacher Wohlfühlort lädt sie zu einer kleinen Runde durch die Flur ein und ihre Charakterisierung des Altmühldorfs trifft wirklich zu: Kaum ist man bei ihr zur Haustür draußen, einmal ums Eck und schon spaziert man durch die Wiesen. Vorbei am trockengelegten und als Regenrückhalt fungierenden Gänsweiher geht es auf einem schmalen Pfad an der Schafscheune vorbei und nun den Hasenbuck hinauf in Richtung der beiden Hagenahweiher, die nach dem vormaligen Besitzer oder Pächter so genannt werden.

Und grade mal zweihundert Meter Luftlinie von der Bundesstraße entfernt — der Wohlfühlort: Erst stehen da ein paar altehrwürdige Apfelbäume, hochgewachsene Schlehen, Hollerbüsche und mehr. Ein paar Schritte weiter und man befindet sich unter Pappeln, die gemeinsam mit ein paar verirrten Fichten und knorrigen Weiden einen kleinen Hain bilden. Wie durch einen grünen Tunnel führt der Feldweg bergan.

Mehrmals bleibt Gabriele Föttinger stehen und erzählt, wie sehr sie diesen Weg mag und dass sie dort mit ihren Hunden regelmäßig geht. Wie alle gewissenhaften Gassigeher kennt sie das Wäldchen bei Wind und Wetter, berichtet vom Rauschen der Pappeln und der ganz besonderen Stimmung bei einbrechender Dunkelheit. Heute aber rieselt ein goldgelber Lichtschein durch die Blätter. Ganz schön steil ist es hier und oben, in einem kreisrunden Blätterausschnitt, macht ein schönwetterblaues Himmelsscheibchen auf den zu erwartenden Ausblick neugierig.

Wer schließlich aus dem Wäldchen tritt, kann fast bis nach Treuchtlingen das Altmühltal hinunterschauen, ein Stück weiter rechts weitet sich der Ausblick im Richtung Spielberg. Gabriele Föttinger schwärmt davon, wie man von der Hochfläche aus seine Spazierrunden ausweiten kann und dabei immer neue Aussichtspunkte entdeckt. Das wissen viele Leute aus der Umgebung und oft parken Spaziergänger an der Michelskirche. Die wählen mitunter auch die neue Bank an den Hagenah-Weihern als Ziel.

Weg mit Weitsicht

An der Friedhofsmauer entlang geht es zurück ins Dorf hinunter – wieder so ein kleiner, stiller Weg mit Weitsicht. Vorher hat mir Gabriele Föttinger noch den markanten Lindenbaum an der Ortsverbindungsstraße zwischen Ober- und Unterasbach gezeigt – das "Herrgottsbüschla", das genau auf der Flurgrenze zwischen den beiden Dörfern steht.

Nach unserer Runde durch die Unterasbacher Flur möchte ich noch wissen, woher denn das Wasser vom Bachwiesengraben kommt, der die Hagenahweiher speist und am Wäldchen entlang Wasser führen könnte, hätte, sollte – grad ist es sehr trocken. Auskunft geben kann mir Georg Lechner vom Stadtbauamt Gunzenhausen: Es gebe dort oben eine gefasste Quelle, oben im Wäldchen.

Na, da muss ich nochmal hin, hebe neugierig den Deckel der hinter ein paar Weiden und den unvermeidlichen Brennnesseln versteckten Quellfassung. Superklares Wasser! Schade drum, dass die Quellfassung so versteckt wird und das frische Wasser des Bachwiesengrabens vom Hasenbuck so schnell durchs Bachfeld zu den Furthwiesen hinunter zur Altmühl hin abfließt! Andererseits: Wenn an Gabriele Föttingers Wohlfühlwäldchen noch eine Quelle plätschern würde, dann wäre unser idyllischer Geheimtipp ja restlos überlaufen!  

BABETT GUTHMANN E-Mail

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