Donnerstag, 15.11.2018

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Die Igel erwachen aus ihrem Winterschlaf

Wärmere Temperaturen locken stachelige Freunde wieder ins Freie - 08.04.2018 07:40 Uhr

Beendet in diesen Tagen seinen Winterschlaf: der Igel. Naturschützer bitten jetzt, sein erstes Auftreten zu melden. © Foto: Julian Stratenschulte/dpa


In den ersten drei Jahren haben bereits über 62 000 Teilnehmer insgesamt mehr als 80 000 Igel gemeldet. "Dabei zeigte sich: Igel sind flexibel, anpassungsfähig und wahre Überlebenskünstler, aber ihre Gesamtsituation ist bedenklich, was die Aufnahme in die Rote Liste bedrohter Säugetiere zeigt", so das Kurzfazit der LBV-Igelexpertin Martina Gehret.

Auch im vierten Projektjahr sollen weitere wertvolle Daten mit Hilfe der Bevölkerung gesammelt werden. Deshalb können ab jetzt bis Ende Herbst wieder alle Bayern lebendige und tote Igel ganz einfach im Internet unter www.igel-in-bayern.de melden.

Wann genau die Tiere aufwachen, hängt neben dem Wetter auch mit dem Standort ihres Schlafplatzes zusammen. "Uns haben bereits mehrere Meldungen von umherwandernden Igeln erreicht", berichtet Gehret. Sie gibt aber auch Entwarnung: "Einige Igel wachen bei den milden Temperaturen auf und suchen sich ein anderes Quartier, in dem sie dann bis in den April, weiterschlafen."

Eine besondere Gefahr stellen aktuell auch die schon seit langem aufgehäuften Holzstöße für das anstehende Osterfeuer dar. "Für Igel ist ein Entkommen vor dem Feuer nahezu unmöglich, vor allem wenn sie wie jetzt noch schlafen", erklärt Gehret. Der LBV rät deshalb, unbedingt das Brennmaterial vor dem Anzünden vorsichtig umzuschichten, damit sich nicht nur die Igel, sondern auch Rotkehlchen und Co. rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

"Das Erste, was Igel nach dem Winterschlaf haben, ist Durst", weiß die LBV-Expertin. Allen Überwinterungshelfern empfiehlt sie deshalb, eine Wasserstelle für "ihren" Igel bereitzustellen. "Und solange sie in der Natur noch nicht genug Nahrung finden, ist es unproblematisch, die Überlebenskünstler mit etwas Futter zu unterstützen, bis sie je nach Wetter gegen Ende April wieder genügend Insekten finden", so Gehret weiter.

Die Auswertungen der ersten drei Projektjahre zeigen, dass der Igel in Bayern vor allem im Siedlungsbereich und in unseren Gärten vorkommt. "Dazu hat der Stachelritter eine ganz neue Überlebensstrategie entwickelt – und die heißt Müll", weiß LBV-Mitarbeiterin Martina Gehret. Dieses Nahrungsangebot ist durch Speisereste zwar ungesund für den Igel, dafür aber unerschöpflich.

Trotz solcher Strategien ist die Situation für den Igel in Bayern insgesamt bedenklich. Als Insektenfresser leidet er nicht nur unter dem extremen Rückgang des Insektenvorkommens auf den intensiv bewirtschafteten Flächen der Kulturlandschaft. "Großflächige Baumaßnahmen, Versiegelung, erhöhter Straßenverkehr, Gifteinsatz und eine vermehrte Parasitenbelastung machen dem Igel ebenfalls schwer zu schaffen", so Gehret. Die Aufnahme des Igels in die Vorwarnliste der Roten Liste bayerischer Säugetiere unterstreicht seine bedenkliche Gesamtsituation.  

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